Kopfschmerzen

Sabine Schrör

Sabine Schrör ist freie Autorin der e-happiness-Medizinredaktion. Sie studierte Betriebswirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit in Köln. Als freie Redakteurin ist sie seit mehr als 15 Jahren in den verschiedensten Branchen zu Hause. Die Gesundheit gehört zu ihren Lieblingsthemen.

Kopfschmerzen (mediz.: Cephalgie) sind nach Rückenschmerzen die zweithäufigste Schmerzform. Sowohl Kinder als auch Erwachsene können darunter leiden. Meist sind Kopfschmerzen nur vorübergehend und harmlos. Dann helfen Hausmittel oder einfache Schmerzmittel gegen die Beschwerden. Migräne und schwere chronische Kopfschmerzen erfordern hingegen eine spezielle Therapie. Das Gleiche gilt, wenn die Kopfschmerzen Symptom einer ernsten Erkrankung sind. Lesen Sie hier alles Wichtige über Kopfschmerzen.

Kopfschmerzen

Kurzübersicht

  • Beschreibung: Mehr als 220 verschiedene Arten von Kopfschmerzen, z.B. Spannungskopfschmerz, Migräne, Medikamenteninduzierte Kopfschmerzen, Cluster-Kopfschmerzen. Ärzte unterscheiden primäre Kopfschmerzen (eigenständiges Krankheitsbild ohne erkennbare Ursache) und sekundäre Kopfschmerzen (Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung).
  • Ursachen: Bei primären Kopfschmerzen keine erkennbare Ursache, aber Auslöser wie Stress, Flüssigkeitsmangel, Bildschirmarbeit, Schlafmangel, Rauchen, Alkohol. Sekundäre Kopfschmerzen entstehen z.B. durch Kopf- und Halswirbelsäulenverletzungen, Hirnhautentzündung (Meningitis), Gehirnentzündung (Enzephalitis), Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Zahnwurzelentzündung, Virusinfektionen, Bluthochdruck, Glaukom-Anfall, Aneurysma, Schlaganfall, Trigeminusneuralgie, Pseudoallergie, Medikamente, Drogenentzug.
  • Wann zum Arzt? Wenn Kopfschmerzen über Wochen und Monate immer wiederkehren, nach einer Kopfverletzung / Gehirnerschütterung auftreten oder von Übelkeit, Erbrechen, Fieber und/oder steifem Nacken begleitet werden. Arztbesuch auch bei Kopfschmerzen bei Kindern oder in der Schwangerschaft. Sofortiger Arztbesuch / Notarztalarm bei plötzlich eintretenden, sehr starken Kopfschmerzen, Kopfschmerzen in Verbindung mit Seh- oder Hörstörungen, Sprachstörungen, Verwirrtheit oder Bewusstsstörungen!
  • Diagnose: Erhebung der Krankengeschichte, körperliche und neurologische Untersuchungen, evtl. Blutdruckmessung, Bluttests, bildgebende Untersuchungen (wie Ultraschall, Röntgen, Kernspintomografie, Computertomografie), Entnahme und Analyse der Rückenmarksflüssigkeit (Lumbalpunktion), Untersuchungen durch Augen-, Zahn- oder HNO-Arzt
  • Behandlung: je nach Art und Schwere der Kopfschmerzen, z.B. gesunder Lebensstil, Stress-Abbau, Sport, Entspannungsübungen, Medikamente wie Schmerzmittel oder Mittel gegen Übelkeit (bei Migräne), Medikamenten-Entzug (bei Medikamenten-Kopfschmerz), Hausmittel und komplementäre Verfahren (wie Pfefferminzöl, Weidenrindenextrakt, Homöopathie, Akupunktur), Psychoanalyse oder psychotherapeutische Behandlung
  • Vorbeugen: ausreichend Schlaf, ausgewogene Ernährung, viel trinken (Wasser, Tee, Saftschorlen), möglichst kein Alkohol und Nikotin, gleichbleibender Koffein-Konsum, regelmäßige Bewegung an frischer Luft, Ausdauersport, Bürogymnastik, Entspannungsübungen (wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung)

Kopfschmerzen: Beschreibung

Kopfschmerzen können schleichend oder ganz plötzlich beginnen. Sie können dumpf oder stechend, sehr intensiv oder kaum wahrnehmbar sein. Fast niemand bleibt von ihnen verschont, die meisten Menschen leiden ein- oder mehrmals im Jahr darunter.

Frauen sind insgesamt etwas häufiger von Kopfschmerzen betroffen als Männer. Doch es gibt Unterschiede: Während Frauen häufiger unter Migräne leiden, treten bei Männern eher sogenannte Cluster-Kopfschmerzen auf. Auch Kinder können Kopfschmerzen und Migräne entwickeln. Mit zunehmendem Alter sinkt jedoch die Anzahl der Fälle: Wer älter als 45 Jahre ist, erleidet statistisch betrachtet weniger Kopfschmerzattacken.

Kopfschmerzen werden in zwei Gruppen unterteilt: Primäre Kopfschmerzen haben keine erkennbare Ursache und bilden ein eigenständiges Krankheitsbild. Sekundären Kopfschmerzen liegt dagegen eine andere Erkrankung zugrunde.

220 verschiedene Kopfschmerzarten

90 Prozent aller Menschen mit Kopfschmerzen leiden unter Spannungskopfschmerzen. Die zweithäufigste Kopfschmerzform ist die Migräne. Beide Formen gehören zu den primären Kopfschmerzen. Deutlich seltener treten sekundäre Kopfschmerzen auf. Ursachen für diese sind zum Beispiel Medikamentennebenwirkungen, übermäßiger Arzneimittelkonsum, Erkrankungen oder Verletzungen. Die internationale Klassifikation unterscheidet über 220 Kopfschmerzarten, von denen die meisten mit einer bestimmten Grunderkrankung zusammenhängen.

Spannungskopfschmerz

Dabei handelt es sich um gelegentlich auftretende, leichte bis mittelschwere Kopfschmerzen. Sie gehen vermutlich auf eine gestörte Schmerzhemmung zurück, die nach einer Reizung auftreten kann. Die Intensität von Spannungskopfschmerzen steigert sich langsam. Die Schmerzen treten zwar auf beiden Kopfhälften auf, betreffen aber oft nur bestimmte Regionen wie Stirn, Schläfen oder Scheitel.

Spannungskopfschmerzen sind dumpf und drücken wie ein zu eng sitzender Helm auf das Gehirn. Begleiterscheinungen sind selten. Die Schmerzen halten zwischen einer halben Stunde und wenigen Tagen an. Chronische Spannungskopfschmerzen liegen vor, wenn die Schmerzen an mindestens zehn Tagen im Monat auftreten. Sie sind selten.

Migräne

Migräne sucht Betroffene im Durchschnitt ein- bis sechsmal pro Monat heim. Ein einzelner Migräneanfall dauert in der Regel 4 bis 72 Stunden. Er beginnt allmählich mit meist einseitigen Kopfschmerzen. Diese können kann aber auch die Kopfhälfte wechseln oder sich später beidseitig entwickeln.

Migräneschmerzen werden als pulsierend beschrieben und sind meist mäßig bis stark. Zum Krankheitsbild gehören immer Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen,  Lärm- oder Lichtempfindlichkeit. Zwischen 10 und 15 Prozent aller Migräne-Patienten erleben vor einer Schmerzattacke eine sogenannte Aura, die mit Sehstörungen wie Flimmern vor den Augen, mit Kribbeln in Armen und Beinen sowie Wortfindungsstörungen einhergehen kann.

Migräne und Spannungskopfschmerzen können kombiniert auftreten.

Medikamenteninduzierter Kopfschmerz

Wer zu häufig bestimmte Medikamente – vor allem Schmerzmittel – einnimmt, ist anfällig für Kopfschmerzen. Diese sogenannten medikamenteninduzierten Schmerzen steigern sich mit der Zeit zu mittelstarken bis starken, dumpfen Beschwerden, die beidseitig auftreten. Zu Übelkeit oder Erbrechen kommt es dabei selten.

Die Schmerzen treten immer dann auf, wenn der Betroffene Medikamente eingenommen hat. Oft entwickelt sich ein Teufelskreis: Aus Angst vor Schmerzen werden Schmerzmittel geschluckt, die dann die Kopfschmerzen erst verursachen. Daraufhin steigern die Betroffenen häufig die Dosis. Auch andere Medikamente, zum Beispiel einige Blutdrucksenker, können Kopfschmerzen auslösen (Nitratkopfschmerzen).

Cluster-Kopfschmerz

Cluster-Kopfschmerzen sind sehr starke Kopfschmerzen, die einseitig und stechend hinter dem Auge beginnen. Meist tränt zugleich das betroffene Auge, das Augenlid rötet sich, schwillt an und die Nase verstopft.

Cluster-Kopfschmerzen treten oft mehrmals täglich auf, um dann wieder für Monate zu verchwinden. Der Schmerz steigert sich innerhalb weniger Minuten bis zu seinem Maximum und hält meist zwischen 15 Minuten und drei Stunden an.

Auch wenn die Ursache dieser Kopfschmerzen unklar ist, scheinen bei einigen Betroffenen Alkohol, Zigarettenrauch oder flackerndes Licht die Anfälle auszulösen. Insgesamt treten Cluster-Kopfschmerzen verglichen mit Spannungskopfschmerzen und Migräne nur selten auf.

Die verschiedenen Kopfschmerzarten
Kopfschmerzformen
Kopfschmerzen treten an verschiedenen Stellen auf. Die Lokalisation und Schmerzcharakter geben Aufschluss über die Kopfschmerzart.

Begeiterscheinungen von Kopfschmerzen

Übelkeit, Brechreiz, Erbrechen, Lärm- und Lichtempfindlichkeit können Kopfschmerzen ebenso begleiten wie Sehstörungen oder Depressionen. Diese Begleiterscheinungen sowie Ort, Art und Dauer der Kopfschmerzen geben dem Arzt erste Hinweise auf Ursache oder Auslöser der Beschwerden.

Kopfschmerzen: Ursachen

Wie Kopfschmerzen genau entstehen, ist trotz intensiver Forschung nicht eindeutig geklärt. Man vermutet, dass Prozesse der Schmerzentstehung, -weiterleitung und -hemmung gestört sind.

Primäre Kopfschmerzen haben keine erkennbare Ursache. Sie können aber durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, zum Beispiel durch:

  • Stress
  • Flüssigkeitsmangel
  • schlecht belüftete Räume
  • Bildschirmarbeit
  • Wetterwechsel
  • Schlafmangel und unregelmäßigen Schlaf
  • Rauchen
  • Alkohol
  • Bei Frauen: Hormonschwankungen während des Zyklus

Sekundäre Kopfschmerzen lassen sich dagegen immer auf eine Krankheit oder äußere Einflüsse zurückführen. Zu den häufigsten Ursachen zählen:

  • Kopf- und Halswirbelsäulenverletzungen, z. B. Schädelhirntrauma
  • Entzündungen: Hirnhautentzündung (Meningitis), Gehirnentzündung (Enzephalitis), Arteriitis temporalis (Entzündung der Schläfenarterien), Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Zahnwurzelentzündung
  • Virusinfektionen wie Grippe
  • verminderte Sauerstoffaufnahmefähigkeit des Bluts, beispielsweise bei schwerem Asthma bronchiale, COPD, chronischer Bronchitis
  • Bluthochdruck
  • Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule
  • Verspannung der Nackenmuskulatur
  • Unterzuckerung bei Diabetes
  • Trigeminusneuralgie, Costen-Syndrom
  • Hitzschlag
  • Akuter Grüner Star (Glaukom-Anfall)
  • Hirn-Aneurysma (krankhafte Ausweitung der Wand einer Hirnarterie)
  • Schlaganfall (ischämischer Schlaganfall oder Hirnblutung)
  • Hirntumor
  • Pseudoallergie durch Zufuhr bestimmter Nahrungsmittel, etwa Glutamat („China-Restaurant-Syndrom“)
  • bestimmte Medikamente wie Nitrate, Östrogene zur Verhütung; häufige Schmerzmitteleinnahme
  • Drogenentzug

Hirntumoren sind äußerst selten verantwortlich für Kopfschmerzen. Selbst stärkste Kopfschmerzen haben meist harmlose Auslöser. Zudem treten bei Hirntumoren meist zahlreiche zusätzliche Beschwerden auf.

Kopfschmerzen: Wann müssen Sie zum Arzt?

Wenn Sie nur selten an Kopfschmerzen leiden, diese erträglich sind und nicht lange anhalten, helfen meist Hausmittel oder leichte Schmerzmittel. Einen Arzt sollten Sie aufsuchen,

  • wenn die Kopfschmerzen über Wochen und Monate hinweg immer wieder auftreten
  • wenn sich die Schmerzen nach einer Kopfverletzung entwickeln beziehungsweise ein oder mehrere Tage nach einer Gehirnerschütterung auftreten
  • wenn Übelkeit und Erbrechen hinzukommen
  • wenn Fieber und/oder ein steife Nacken die Schmerzen begleiten

Plötzlich einsetzende, sehr starke Kopfschmerzen können ein Alarmzeichen für einen akuten, lebensbedrohenden Vorgang im Gehirn sein - besonders in Verbindung mit anderen Symptomen wie Seh-, Hör- oder Sprachstörungen, motorischen Ausfällen, Verwirrtheit, Bewusstseinstrübung oder Bewusstlosigkeit. Rufen Sie dann sofort den Notarzt!

Kopfschmerzen bei Kindern

Kinder und Jugendliche leiden ähnlich häufig wie Erwachsene unter Kopfschmerzen. Meist handelt es sich auch bei ihnen um harmlose Spannungskopfschmerzen oder Migräne. Da Kinder Schmerzen jedoch oft schlechter einschätzen und beschreiben können, ist es ratsam, Kopfschmerzen bei Kindern immer von einem Arzt abklären zu lassen. Das gilt insbesondere dann, wenn sie regelmäßig auftreten.

Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

Migräne tritt während einer Schwangerschaft seltener auf. Besonders in den letzten beiden Trimestern haben schwangere Migränepatientinnen deutlich seltener mit den chronischen Kopfschmerzen zu kämpfen. Anders sieht es zu Beginn der Schwangerschaft aus: Hormonelle Veränderungen in den ersten Monaten erhöhen die Anfälligkeit für einfache Kopfschmerzattacken.

Ob Schmerzmittel erlaubt sind, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen, um ihr Kind nicht zu gefährden. Am häufigsten kommt der Wirkstoff Paracetamol bei Kopfschmerzen in der Schwangerschaft zum Einsatz. Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen, Diclofenac und andere sogenannte NSAR sollten schwangere Frauen dagegen nicht einnehmen.

Eine wirksame und sichere Hilfe sind bewährte Hausmittel gegen Kopfschmerzen, zum Beispiel eine Pfefferminzöl zum Betupfen der Schläfen, Entspannungsübungen und leichte Bewegung an frischer Luft.

Sehr selten stecken ernstere Komplikationen wie eine Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) hinter Kopfschmerzen in der Schwangerschaft. Im Zweifel ist sollten Sie sich immer von Ihrem Arzt beraten lassen.

Kopfschmerzen: Behandlung & Tipps

Die Behandlung richtet sich nach Art und Schwere der Kopfschmerzen. Prinzipiell stehen nicht-medikamentöse und medikamentöse Therapien zur Verfügung. Bei sekundären Kopfschmerzen können je nach Ursache weitere Behandlungsmethoden sinnvoll sein, zum Beispiel ein operativer Eingriff bei einem Hirn-Aneurysma.

Kopfschmerzen durch übermäßigen Medikamentengebrauch lassen sich nur durch einen Entzug stoppen. Dieser kann ambulant, teilstationär (Tagesklinik) oder stationär (z.B. in einer Schmerzklinik) erfolgen. Auf keinen Fall sollten Betroffene den Entzug auf eigene Faust versuchen – ärztliche Hilfe ist hier unerlässlich und erleichtert die Entwöhnung.

Nicht-medikamentöse Behandlung

Bei Spannungskopfschmerzen sind zunächst bewährte Hausmittel ratsam wie etwa ein kalter Umschlag auf Stirn und Schläfen. Kurzfristig kommen auch Schmerzmedikamente infrage. Treten die Kopfschmerzen häufiger auf, empfiehlt der Arzt eventuell Sport oder bei stressbedingten Kopfschmerzen Entspannungsübungen, beispielsweise die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson.

Auch in der Migräne-Therapie sind nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Entspannung oder Biofeedback wichtige Bausteine. Während des Anfalls sollten Sie sich in einen ruhigen, abgedunkelten Raum zurückziehen. Bewegen Sie sich möglichst wenig, um Übelkeit und Erbrechen zu vermeiden.

Medikamente gegen Kopfschmerzen

Es gibt mehrere Medikamente, die gegen die verschiedenen Kopfschmerzformen angewendet werden können.

Medikamente gegen Spannungskopfschmerz

Die folgenden Mittel können Spannungskopfschmerzen lindern:

  • Acetylsalicylsäure (ASS)
  • Ibuprofen
  • Paracetamol
  • Kombinationspräparate aus Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker bezüglich Auswahl und Dosierung eines geeigneten Schmerzmittels beraten. Fragen Sie auch nach möglichen Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die Sie eventuell einnehmen.

Nehmen Sie Schmerzmittel nicht länger als an drei aufeinander folgenden Tagen und maximal an 10 Tagen im Monat ein. Wer zuviel Schmerzmittel einnimmt, kann abhängig werden und erhöht das Risiko medikamenteninduzierter Kopfschmerzen.

Um eine Schmerzmittel-Abhängigkeit zu verhindern, kann der Arzt eventuell sogenannte trizyklische Antidepressiva verschreiben. Sie erhöhen die Schmerzschwelle. Die vorbeugenden Medikamente wirken jedoch oft erst nach vier bis sechs Wochen.

Medikamente gegen Migräne

Die folgenden Mittel können bei leichter Migräne helfen:

  • Acetylsalicylsäure (ASS)
  • Ibuprofen
  • Paracetamol
  • Diclofenac
  • Kombinationspräparate aus Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein
  • Antiemetika gegen Übelkeit

Schwere Migräneattacken werden oft mit sogenannten Triptanen in Tablettenform, als Nasenspray oder Spritze behandelt. Alternativ kann der Arzt Lysinacetylsalicylat (ASS-Lysinat) als Injektion verschreiben.

Zur Migräneprophylaxe dienen Betablocker wie Metoprolol, Propanolol oder Flunarizin (diese werden auch bei Bluthochdruck eingesetzt). Sinnvoll ist diese Prophylaxe, wenn Migräneanfälle öfter als dreimal pro Monat auftreten, nicht effektiv behandelbar sind, die Anfälle lange andauern sowie bei einem Schmerzmittelentzug.

Medikamente gegen Clusterkopfschmerzen

Bei den extremen Cluster-Kopfschmerzen kann der Arzt ebenfalls Triptane verschreiben. Akute Anfälle lassen sich zudem unterbrechen, indem man reinen Sauerstoff inhaliert. Manchen Patienten hilft es auch, ein lokales Betäubungsmittel in das Nasenloch der betroffenen Seite zu sprühen.

Kopfschmerzen: Hausmittel und Alternativmedizin

Mitunter lindert bereits das in einer Tasse Kaffee oder Tee enthaltene Koffein den Schmerz. Kühle oder feuchtheiße Kompressen auf Stirn und Nacken können das überreizte Gehirn beruhigen. Belebendes und kühlendes Pfefferminzöl oder Teebaumöl können auf die Schläfen getupft oder sanft eingerieben werden und so die Kopfschmerzen vertreiben. Aber Achtung: Das ätherische Öl darf nicht in die Augen oder an die Schleimhäute geraten.

Weitere pflanzliche Mittel sowie alternative Heilverfahren helfen manchmal ebenfalls gegen Kopfschmerzen, auch wenn der wissenschaftliche Beweis dafür meist fehlt:

  • Weidenrindenextrakt
  • Homöopathie
  • Transkutane Elektrische Nervenstimulation (TENS)
  • Akupunktur
  • Chirotherapie oder manuelle Therapie
  • Massagen
  • Botulinumtoxin (Botulinumneurotoxin, Botox)
  • Autogenes Training
  • Progressive Muskelentspannung
  • Psychoanalyse und psychotherapeutische Behandlung

Kopfschmerztagebuch / Kopfschmerzkalender

Wenn Sie häufiger unter Kopfschmerzen leiden oder von Migräne betroffen sind, können Sie ein Schmerztagebuch führen. Dort notieren Sie, wann die Schmerzen begonnen haben und wie lange sie anhielten. Außerdem können Sie mögliche Auslöser wie Nahrungsmittel, Stress, Wetter und gegebenenfalls das Zyklusstadium festhalten. Ebenfalls sollten Sie Begleitsymptome und eingenommene Medikamente notieren.

Aus den Aufzeichnungen können Sie womöglich bereits die Art Ihrer Kopfschmerzes sowie mögliche Auslöser ableiten. Ihrem Arzt erleichtert das Kopfschmerztagebuch die Diagnose und hilft ihm, die richtige Behandlung gegen die Kopfschmerzen zu finden.

Kopfschmerzen: Diagnose

Um die Art der Kopfschmerzen abzuklären, befragt der Arzt Sie zuerst zu Ihrer Krankengeschichte (Anamnese):

  • Wo genau sind die Scherzen lokalisiert?
  • Wie fühlt sich der Schmerz an und wie intensiv sind die Beschwerden?
  • Wie oft treten die Kopfschmerzen auf und wie lange halten sie an?
  • Kennen Sie mögliche Auslöser, z. B. Unfall, Stress, intensive körperliche Anstrengung oder Wetterfühligkeit?
  • Welche Erkrankungen und familiären Vorbelastungen gibt es?
  • Welche Medikamente (Schmerzmittel etc.) nehmen Sie ein?

Wenn Sie ein Kopfschmerztagebuch (siehe oben) führen, können die enthaltenen Notizen ebenfalls wertvolle Infos zu Ihrer Krankengeschichte liefern.

Nach der Anamnese folgt eine allgemeine körperliche Untersuchung. Beispielsweise kann der Arzt Ihren Puls und Blutdruck messen sowie Lunge und Herz abhören. Ebenfalls sinnvoll ist eine neurologische Untersuchung, bei der die Reflexe, die Empfindlichkeit auf Reize und die Koordinationsfähigkeit überprüft werden. Das kann Hinweise auf eventuelle Grunderkrankungen als Ursache der Kopfschmerzen geben.

Die Ergebnisse der Anamnese sowie körperlichen und neurologischen Untersuchung genügen oft, Art und Auslöser der Kopfschmerzen zu klären – insbesondere bei Spannungskopfschmerzen und Migräne. Selten sind weitere Untersuchungen nötig, etwa wenn der Verdacht auf eine schwerwiegendere Grunderkrankung besteht. Zum Einsatz kommen dann zum Beispiel:

  • Blutuntersuchungen
  • Ultraschall-Untersuchung, insbesondere der Halsorgane und Halsarterien
  • Röntgen der Wirbelsäule und des Schädels (bei Verdacht auf Verletzungen)
  • Kernspintomografie (Magnetresonanztomografie, MRT)
  • Computertomografie (CT)
  • Elektroenzephalografie (EEG)
  • Positronenemissionstomografie (PET): eine nuklearmedizinische Methode (Untersuchung mithilfe einer schwach radioaktiven Substanz)
  • Lumbalpunktion (Gewinnung von Rückenmarksflüssigkeit) bei Verdacht auf Entzündungen der Nerven oder Hirnhaut
  • Angiografie (Gefäßdarstellung mit Kontrastmittel im Röntgenbild) der Gehirngefäße auf Missbildungen, Aneurysmen und Thrombosen
  • weitere fachärztliche Untersuchungen, zum Beispiel Augenuntersuchung, HNO-Untersuchung oder zahnärztliche Untersuchung

Kopfschmerzen vorbeugen

Mit einfachen Maßnahmen können Sie in vielen Fällen verhindern, dass Kopfschmerzen überhaupt erst entstehen:

  • ausreichend Schlaf mit gleichbleibenden Schlafenszeiten
  • ausgewogene und regelmäßige Ernährung
  • reichlich trinken, vor allem Wasser, Tee oder Saftschorlen
  • gleichbleibender Koffein-Konsum
  • wenig Alkohol
  • Verzicht auf Nikotin
  • regelmäßige Bewegung an der frischen Luft
  • Ausdauersport
  • Bürogymnastik, mehrmals täglich fünf Minuten
  • Stress-Abbau, etwa mithilfe von Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung

Reduzieren Sie zudem auch andere Risikofaktoren, die bei Ihnen erfahrungsgemäß Kopfschmerzen auslösen können wie Aufenthalt in stickigen oder lauten Räumen oder der Genuss bestimmter Lebensmittel.

Weiterführende Informationen

Bücher:

  • Erfolgreich gegen Kopfschmerzen und Migräne: Ursachen beseitigen, gezielt vorbeugen, Strategien zur Selbsthilfe von Hartmut Göbel, Springer (2016)
  • Kopfschmerzen und Migräne. Das Übungsbuch: Vorbeugen, entspannen, Schmerzen lindern von Benjamin Schäfer, TRIAS (2017)

Leitlinien:

  • Leitlinie "" der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (2014)
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