Aufhören zu Rauchen: So erholt sich der Körper

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Carola Felchner

Carola Felchner ist freie Autorin in der e-happiness-Medizinredaktion und geprüfte Trainings- und Ernährungsberaterin. Sie arbeitete bei verschiedenen Fachmagazinen und Online-Portalen, bevor sie sich 2015 als Journalistin selbstständig machte. Vor ihrem Volontariat studierte sie in Kempten und München Übersetzen und Dolmetschen.

Wenn Sie aufhören zu rauchen – was passiert im Körper? Eine ganze Menge! Schon innerhalb kurzer Zeit verbessern sich beispielsweise Blutdruck, Geruchs- und Geschmackssinn sowie die Reinigungsfunktion der Flimmerhärchen in den Atemwegen. Dazu gesellen sich viele weitere positive Effekte. Lesen Sie hier mehr darüber, was passiert, wenn man aufhört zu rauchen, und wie lange es dauert, bis der Körper sich vollständig erholt.

Rauchen; Rauchstopp; Gesundheit;

Was passiert, wenn man mit dem Rauchen aufhört?

Der Körper dankt es Ihnen, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören. Die Regeneration setzt quasi sofort ein und erstaunlich schnell kehrt die körperliche Fitness wieder zurück. Doch was passiert, wenn man plötzlich aufhört zu rauchen, als Erstes? Wann normalisiert sich der Stoffwechsel nach dem Rauchstopp? Wann ist die Lunge wieder gesund, nachdem das Rauchen eingestellt wurde? Hier einige Beispiele für den Zeitablauf der körperlichen Erholung:

  • Nach 20 Minuten: Blutdruck und Puls sinken.
  • Nach 12 Stunden: Der Kohlenmonoxid-Spiegel im Blut sinkt auf Normalwerte, sodass alle Organe wieder besser mit Sauerstoff versorgt werden.
  • Nach 2 Wochen bis 3 Monaten: Durchblutung und Lungenfunktion verbessern sich.
  • Nach 1 bis 9 Monaten: Hustenanfälle und Kurzatmigkeit gehen zurück. Die Flimmerhärchen in den Bronchien, die für die Reinigung der Lunge zuständig sind, arbeiten wieder besser – Schleim wird effektiver aus der Lunge in Richtung Rachen transportiert, wodurch sich die Gefahr von Infektionen (wie Lungenentzündung, Bronchitis) verringert.
  • Nach einem Jahr: Das Risiko für Koronare Herzkrankheit (KHK) ist jetzt nur noch halb so hoch wie das eines Rauchers.
  • Nach zwei bis fünf Jahren: Das Herzinfarkt-Risiko ist deutlich gesunken – es entspricht nun dem eines Nichtrauchers.
  • Nach fünf Jahren: Das Risiko für Mund-, Rachen-, Speiseröhren- und Blasenkrebs hat sich um die Hälfte verringert.
  • Nach zehn Jahren: Das Risiko für Kehlkopf- und Bauchspeicheldrüsenkrebs sinkt. Das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, ist nun nur noch halb so hoch wie bei jemandem, der noch raucht.
  • Nach 15 Jahren: Das Risiko für Koronare Herzkrankheit ist nun genauso hoch wie bei jemandem, der nie geraucht hat.

Weniger zu rauchen, anstatt komplett aufzuhören, bringt nicht viel. Dadurch sinkt das Risiko für Herz-Kreislaufkrankheiten und Lungenkrebs kaum und auch die Lungenfunktion verändert sich nicht entscheidend.

Mit dem Rauchen aufhören: Die Vorteile im Detail

In erster Linie kann der Rauchstopp das Leben verlängern, denn: Ein Viertel der Erwachsenen, die als Teenager mit dem Rauchen angefangen haben, stirbt im Alter von 35 bis 69 Jahren an den direkten Folgen des Rauchens. Ein weiteres Viertel bringt das Qualmen im Alter von etwa 70 Jahren ins Grab. Dabei spielt nicht nur die Anzahl der gerauchten Zigaretten eine Rolle, sondern auch die Gesamtdauer der Rauchkarriere.

Wer den Rauchstopp schafft, kann diese Entwicklung zumindest teilweise rückgängig machen. Je früher die Glimmstängel verbannt werden, desto höher die Chance auf ein langes Leben – etwa weil das Risiko für tabakbedingte Krebserkrankungen sinkt.

Das Krebsrisiko sinkt

Die Mehrzahl der Lungenkrebserkrankungen geht auf das Rauchen zurück. Wie stark der Tabakkonsum das Risiko von Lungenkrebs erhöht, zeigt ein Blick in die Statistik: Lungenkrebs ist bei Männern die zweithäufigste Krebsart (nach Prostatakrebs) und bei Frauen die dritthäufigste (nach Brust- und Darmkrebs).

Die Gefahr, an Lungenkrebs zu erkranken, sinkt durch den Verzicht auf das Rauchen - und zwar umso mehr, je länger der Rauchstopp zurückliegt. Trotzdem liegt es sehr lange noch immer höher als bei Menschen, die niemals geraucht haben. Das gilt aber nicht nur für Lungenkrebs, sondern auch für Mundhöhlen-, Speiseröhren-, Magen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Trotzdem gilt: Es ist nie zu spät, aufzuhören. Selbst Menschen, die bereits Krebs haben, profitieren vom Rauchstopp.

Die Atemwege erholen sich

Wenn das Rauchen noch keine dauerhaften Schäden angerichtet hat, erholt sich die Lunge innerhalb von ein bis zwei Jahren. Wie schnell es im Einzelfall geht, hängt davon ab, wie lange und intensiv jemand geraucht hat und wie stark die Lunge geschädigt wurde.

Für Patienten mit der chronischen Lungenerkrankung COPD ist der Rauchverzicht die einzige Chance, dass sich die Krankheit nicht verschlechtert. Außerdem sterben weniger COPD-Patienten an ihrer Krankheit, wenn sie nicht mehr rauchen.

Auch Herz und Gefäße „atmen auf“

Der Kohlenmonoxidgehalt des Blutes liegt schon wenige Wochen nach der letzten Zigarette wieder auf dem Niveau von Menschen, die nie geraucht haben. Es stehen so mehr funktionsfähige rote Blutkörperchen zur Verfügung. Zudem verbessert sich die Viskosität des Blutes - es wird "dünner". Dadurch verringert sich die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel bilden, die ein Gefäß verstopfen können (wie etwa bei Herzinfarkt und Schlaganfall).

Das bedeutet: Schon sechs bis zwölf Monate nach dem Rauchstopp sinkt das Risiko für einen Herzinfarkt. Nach 15 Jahren ist es auf dem Niveau eines Nichtrauchers. Das Gleiche gilt für das Schlaganfallrisiko, wenn Sie mit Rauchen aufhören.

Haut - vorher und nachher

Die Gesundheit profitiert also in vieler Hinsicht, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören. Die körperlichen Veränderungen betreffen aber auch das Aussehen:

Raucher haben etwa zehnmal mehr Falten als Nichtraucher. Zwar hängt das Hautbild auch vom Alter und der Vererbung ab, aber Umweltfaktoren wie Rauchen und Sonne haben ebenfalls einen entscheidenden Einfluss darauf, wie „frisch und jung“ wir aussehen.

Gebremste Hautalterung

So ist die typische Raucherhaut grau, blass und faltig. Natürlich gibt es auch Nichtraucher mit ungesunder Gesichtsfarbe, aber bei Rauchern ist sie deutlich häufiger zu sehen. Die vermehrten Falten entstehen, weil der Körper durch das Rauchen das Eiweiß Kollagen schneller ab- und langsamer aufbaut. Kollagen ist für die Elastizität der Haut verantwortlich.

Blass wird die Raucherhaut, weil sich durch das Qualmen die winzigen Blutgefäße zusammenziehen und verengen – die Haut wird also schlechter durchblutet. Dies ist auch der Grund, warum Raucher oft kalte Hände haben. Eine Zigarette reicht, um den Blutfluss in der Haut für mehr als eine Stunde zu reduzieren!

Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören, werden sich die Prozesse, die der Haut die Elastizität nehmen, verlangsamen, sodass weniger neue Falten entstehen. Außerdem verbessert sich die Durchblutung - die Haut sieht wieder rosiger und gesünder aus.

Besonders schädlich ist die Kombination aus Rauchen und häufigem ungeschütztem Aufenthalt in der Sonne. Das stresst die Haut extrem – verstärkte Faltenbildung und ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs sind das Resultat.

Das Gewicht pendelt sich ein

Nach dem Rauchstopp legen viele Menschen an Gewicht zu – Frauen meist etwas mehr als Männer. Ein Grund dafür wird in einem gedrosselten Stoffwechsel gesehen: Im Ruhemodus verbrennt der Körper nach dem Rauchstopp etwas weniger Energie als vorher. Wie rasch sich der Stoffwechsel wieder normalisiert, ist individuell verschieden. Für gewöhnlich geht das ziemlich schnell.

Eine Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp kann aber noch andere Gründe haben. So haben viele Menschen mehr Appetit, sobald sie nicht mehr rauchen. Manche greifen auch in Situationen, in denen sie bislang geraucht haben, nun stattdessen zu Schokolade oder Knabbereien. Darüber hinaus hat ein Züricher Forscherteam herausgefunden, dass auch eine veränderte Darmflora zur Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp beitragen könnte.

Unabhängig von den Gründen für die Gewichtszunahme gilt: Einige Kilos mehr auf den Hüften oder am Bauch sind gesundheitlich wesentlich unbedenklicher, als weiter zu rauchen. Zumal man sich nach dem Rauchstopp bald wieder fitter fühlt und so die Zusatzkilos durch mehr Bewegung oft wieder loswerden kann – vor allem, wenn man zusätzlich auf eine gesunde Ernährung achtet.

Mehr zum Thema Rauchen und Gewicht lesen Sie im Artikel „Mit Rauchen aufhören: Gewicht halten!

Andere Auswirkungen

Rauchen erhöht das Risiko für Osteoporose (Knochenschwund), Grauen Star, die Augenerkrankung Makuladegeneration sowie Magengeschwüre. Diese Risiken sinken, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören.

Doch nicht nur Sie selbst profitieren vom Rauchstopp, sondern auch Ihr Umfeld. Passivrauchen schadet nämlich ebenfalls massiv der Gesundheit, indem es beispielsweise anfälliger für Krebs, Asthma und andere Atemwegserkrankungen macht.

Plötzlich aufhören oder lieber langsam entwöhnen?

Auch, wenn es schwerfällt: Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören möchten, sollten Sie das abrupt von einem Tag auf den anderen tun. Eine Untersuchung der britischen Oxford-Universität ergab nämlich, dass Menschen, die plötzlich mit dem Qualmen aufgehört hatten, zu 25 Prozent mehr Erfolg hatten, auch längerfristig rauchfrei zu bleiben, als diejenigen, die allmählich immer weniger rauchten.

Rauchstopp – Entzugserscheinungen

Allerdings ist ein abrupter Rauchstopp schwierig und anstrengend - für einen selbst und meist auch für das Umfeld. Denn ganz ohne Entzugserscheinungen verläuft die Entgiftung bei den wenigsten Menschen. Zu diesen unangenehmen Begleiterscheinungen eines Rauchstopps zählen zum Beispiel erhöhte Gereiztheit bis hin zu Aggressivität sowie Launenhaftigkeit.

Beides liegt darin begründet, dass das Gehirn nach dem Rauchstopp weniger Adrenalin und Serotonin produziert – das Belohnungsgefühl, das diese Botenstoffe vermitteln, bleibt also aus. Weil auch das „Glückshormon“ Dopamin fehlt, machen sich bei manchen Menschen nach dem Rauchstopp depressive Verstimmungen bemerkbar.

Rauchstopp – Symptome

Außerdem leiden frischgebackene Ex-Raucher oft an:

Wie hart der Nikotinentzug wird und wie lange er dauert, ist individuell verschieden. Meist sind die Entzugserscheinungen aber nach sechs bis zehn Tagen überstanden – und diese Zeit lohnt sich durchzustehen nach einem Rauchstopp – der Erholung für Körper und Geist zuliebe.

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