Rauchen: Folgen für die Gesundheit

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Carola Felchner

Carola Felchner ist freie Autorin in der e-happiness-Medizinredaktion und geprüfte Trainings- und Ernährungsberaterin. Sie arbeitete bei verschiedenen Fachmagazinen und Online-Portalen, bevor sie sich 2015 als Journalistin selbstständig machte. Vor ihrem Volontariat studierte sie in Kempten und München Übersetzen und Dolmetschen.

Rauchen kann Folgen für die Gesundheit und das Wohlbefinden haben, die alles andere als erstrebenswert sind. Raucher setzen sich freiwillig einer großen Gefahr aus, abhängig und krank zu werden. Im schlimmsten Fall ist Rauchen tödlich. Erfahren Sie hier Wissenswertes über die Folgen von Rauchen - welche Auswirkungen es hat und wie Sie vom Glimmstängel loskommen können.

Zigarette; Rauchen

Rauchen und die gesundheitlichen Folgen für Körper und Psyche

Wie schädlich ist Rauchen? Diese Frage lässt sich mit einem Wort beantworten: sehr. Denn Rauchen schadet in vielerlei Weise der Gesundheit und das oft schon sehr früh im Leben. Denn Raucherkarrieren beginnen meist bereits im jugendlichen Alter. Aus Unsicherheit, Einsamkeitsgefühlen, Frust oder Langeweile greifen viele Teenager zur Zigarette. Nach und nach wird der Glimmstängel in der Hand dann zur Sucht – mit gravierenden Folgen für die eigene Gesundheit.

So greifen die Giftstoffe im Tabakrauch zum Beispiel das Lungengewebe an. Schon früh zeigen sich entsprechende Folgen von Rauchen wie:

  • häufiger Husten mit Auswurf
  • Luftnot bei körperlicher Anstrengung
  • Schmerzen in den Beinen beim Gehen (Periphere Arterielle Verschlusskrankheit/pAVK, Raucherbein)
  • Herzstiche oder Herzschmerzen bei Anstrengungen

Im Prinzip kann das Gequalme alle Regionen des Körpers in Mitleidenschaft ziehen. Die Giftstoffe im Rauch gelangen nämlich beim Einatmen über die Lunge ins Blut, das sie dann überall im Körper verteilt. So kann Rauchen Schäden in verschiedensten Bereichen verursachen. Hier die wichtigsten Beispiele:

Herz-Kreislauf-System

Rauchen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Im Vergleich zu Nichtrauchern ist das Risiko von Rauchern für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung wie Herzinfarkt oder Schlaganfall rund doppelt so hoch. Der Grund: Rauchen hat Auswirkungen auf den Blutfluss. Es ist eine der wichtigsten Ursachen für Arterienerkrankungen, die die Gefäße enger werden lassen und den Blutfluss behindern.

Rauchen und Blutdruck: Rauchen ist Gift für den Blutdruck. Jeder Zug an Zigarette und Co. erhöht ihn mehr oder weniger sofort. Das liegt am Nikotin, das Raucher inhalieren. Es setzt einen Stoff frei, der die Blutgefäße verengt.

Atemwege

Rauchen und Asthma: Rauchen ist bei Asthma eine besonders schlechte Idee. Denn bei dieser chronischen Atemwegserkrankung sind die Atemwege ohnehin ständig entzündet und überempfindlich. Der Tabakrauch reizt sie noch zusätzlich. Weil Rauchen die Lunge so stark belastet, kann es passieren, dass rauchende Asthmatiker öfter schwere Asthma-Anfälle erleiden und stärkere Beschwerden haben. Zudem kann Rauchen die Asthma-Behandlung erschweren.

Rauchen und andere Atemwegserkrankungen: Die Substanzen, die im Tabakrauch stecken, reizen die Atemwege, und das Qualmen stört deren Selbstreinigungsmechanismus. So entstehen unter Umständen durch Rauchen Krankheiten wie die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Rauchen begünstigt zudem akute Atemwegserkrankungen wie Erkältungen, Grippe oder Bronchitis, da Rauchen die körpereigenen Abwehrkräfte schwächt.

Infekte und Entzündungen

Erhöhte Leukozyten: Rauchen bringt eine Unmenge an schädlichen und giftigen Stoffen in den Körper ein, die sich im Gewebe ablagern und leichte Entzündungsreaktionen hervorrufen. In der Folge produziert der Körper vermehrt weiße Blutkörperchen – die „Immunpolizei“, die Entzündungen ebenso wie eingedrungene Fremdstoffe bekämpft. Deshalb haben Raucher oft erhöhte Leukozytenwerte im Blut.

Krebserkrankungen

Rauchen und Krebs: Zu den Krankheiten, die durch Rauchen entstehen können oder gefördert werden, gehören auch verschiedene Krebsarten. Die Lunge ist besonders häufig betroffen. Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum (dkfz) ist Rauchen der wichtigste Risikofaktor für Lungenkrebs. Die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken, ist umso höher, je mehr jemand raucht.

Zudem erhöht Rauchen unter anderem das Risiko für bestimmte Formen von Blutkrebs (Leukämie), Leberkrebs, Kehlkopfkrebs, Speiseröhrenkrebs, Nierenkrebs, bösartige Tumoren des Nasen-, Mund- und Rachenraums, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Blasenkrebs, Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs.

Mund und Augen

Rauchen und Augenschäden: Der Griff zum Glimmstängel kann sich auch auf die Gesundheit der Augen auswirken. Zum einen erhöht sich bei Rauchern das Risiko für Grauen Star (Katarakt). Dabei trübt sich die Linse zunehmend, sodass sich das Sehvermögen stetig verschlechtert. Zum anderen neigen Raucher auch eher zu altersbedingter Makuladegeneration, kurz AMD. Bei dieser Krankheit sterben die Sehzellen ab – und Rauchen beschleunigt die Zellalterung.

Rauchen und Mundgeruch: Der Teer im Tabakrauch verfärbt die Zähne bräunlich. Außerdem vermehren sich durchs Rauchen bestimmte Bakterien in der Mundhöhle, die Mundgeruch entstehen lassen.

Rauchen und Geruchs- & Geschmackssinn: Qualmen führt auch dazu, dass Gerüche und verschiedene Geschmacksnuancen nicht mehr so gut wahrgenommen werden. Rauchen beeinträchtigt nämlich den Geruchs- und Geschmackssinn.

Rauchen und Zahnerkrankungen: Durch den Tabakrauch gelangen Giftstoffe an die Mundschleimhaut. Die Mundhöhle wird schmerzempfindlicher. Das Risiko für Erkrankungen im Kieferbereich erhöht sich. So fördert Nikotin Entzündungen des Zahnhalteapparats (Parodontitis) und des Zahnfleischs (Gingivitis), wodurch Zähne sogar ausfallen können. Die Wunden der Schleimhaut heilen zudem schlechter.

Rauchen und Zungenbrennen: Wenn die Zunge brennt beim Rauchen, kann das daran liegen, dass die zarte Schleimhaut durch den heißen Tabak gereizt wird. Die Qualmerei kann zudem die Farbe der Zunge verändern.

Knochen, Gelenke und Muskulatur

Rauchen und Osteoporose: Wer raucht, erhöht sein Risiko für Knochenschwund (Osteoporose) - damit steigt die Gefahr von Knochenbrüchen (z.B. Oberschenkelhalsbruch). Denn durch das Rauchen verengen sich die Blutgefäße, sodass die Knochen schlechter mit Nährstoffen versorgt werden.

Rauchen und rheumatoide Arthritis: Dass Raucher eher von der schmerzhaften Gelenkentzündung betroffen sind, könnte einer schwedischen Studie zufolge daran liegen, dass sich durchs Rauchen Eiweiße im Körper verändern (Citrullinierung). Der Körper betrachtet diese Proteine als Eindringlinge und versucht, sie zu bekämpfen. Diese falsche Abwehrreaktion kann den Forschern zufolge zu chronischen rheumatischen Erkrankungen wie eben rheumatoider Arthritis führen.

Rauchen und Muskelaufbau: Wer raucht, wird schwach. Im Tabakrauch steckt nämlich Kohlenmonoxid. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die für den Sauerstofftransport zuständig sind, binden das giftige Gas aber lieber als Sauerstoff. Bei Rauchern werden also die Muskeln (und andere Gewebe) weniger gut mit Sauerstoff versorgt, als nötig wäre. In der Folge vermindert sich Leistungsfähigkeit – Betroffene können also oftmals nicht so effektiv trainieren.

Sexualität

Rauchen und Impotenz: Tabakkonsum kann die Gefäße schädigen und damit die Durchblutung des Penis verschlechtern. Die Folge: Er wird bei sexueller Erregung nicht mehr (vollständig) steif – Mediziner sprechen von erektiler Dysfunktion (Impotenz).

Rauchen und Fruchtbarkeit: Zigaretten und Co. können in vielfältiger Weise die Fruchtbarkeit von Frauen und Männern verringern. Bei Frauen beeinträchtigen die Inhaltsstoffe von Tabak die Entwicklung der Eizellen, die Hormonproduktion und die Einnistung einer befruchteten Eizelle in der Gebärmutter. Raucherinnen sind deshalb öfter unfruchtbar als Nichtraucherinnen. Darüber hinaus verringert Rauchen die Erfolgschancen einer künstlichen Befruchtung.

Bei Männern beeinträchtigt Rauchen die Produktion der Spermien: Die Samenzellen sind kleiner und weniger beweglich als normalerweise. Zudem weisen sie mehr Erbgutschäden auf – dank der Giftstoffe aus dem Tabakrauch.

Raucherinnen, die mit der Pille verhüten, haben ein erhöhtes Risiko für Thrombosen, also Gefäßverschlüsse durch Blutgerinnsel (wie etwa bei Schlaganfall). Das kann schwere Komplikationen bis hin zum Tod zur Folge haben.

Stoffwechsel und Verdauung

Rauchen und Stoffwechsel: Nikotin dämpft den Appetit, weshalb Raucher oft weniger essen. Zudem sollen sie im Schnitt 200 Kalorien pro Tag mehr verbrauchen als Nichtraucher. Ist daher Rauchen doch gesund, zumindest Mittel gegen ungesundes Übergewicht? Die Antwort darauf ist definitiv „Nein!“. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung warnt, dass Rauchen im Vergleich zum Übergewicht das weitaus größere Risiko sei.

Typ-2-Diabetes und Rauchen: Tabakkonsum kann die Entwicklung von Diabetes mellitus Typ 2 begünstigen. Das gilt vor allem, wenn jemand schon in jungen Jahren mit dem Rauchen begonnen hat. Denn die Qualmerei kann die für Diabetes Typ 2 typische Insulinresistenz mitverursachen. Außerdem erhöht Rauchen das Risiko für Diabetes-Folgeschäden wie Koronare Herzkrankheit oder Nierenerkrankungen.

Rauchen und Schilddrüse: Bei Rauchern wird oft die Schilddrüse in Mitleidenschaft gezogen. So lässt sich bei ihnen häufiger eine vergrößerte und entzündete Schilddrüse feststellen als bei Nichtrauchern. Besonders das Risiko für Morbus Basedow ist erhöht. Das ist eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper Abwehrstoffe gegen Teile der Schilddrüse bildet. Schuld daran ist wohl der Tabakbestandteil Cyanid.

Rauchen und Magen-Darm: Es geht das Gerücht, dass sich das Risiko für die chronisch-entzündliche Darmerkrankung Colitis ulcerosa durch Rauchen reduzieren ließe. Das ist laut einer Studie der Londoner St. George’s University aber keineswegs der Fall. Tabakkonsum gilt außerdem als Risikofaktor für folgende Erkrankungen des Verdauungstraktes: die chronisch-entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn, chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung (chronische Pankreatitis) sowie krankhaft gesteigerten Rückfluss des sauren Mageninhalts in die Speiseröhre (gastroösophageale Refluxkrankheit).

Haut

Rauchen und Haut: Auch für unsere Haut hat Rauchen Nachteile. So schädigen bestimmte Tabaksubstanzen die Hautzellen und hemmen die Bildung von Kollagenfasern. Das sind Eiweiße, die der Haut Spannkraft geben. Das Nikotin im Tabak verringert zudem die Hautdurchblutung. Das lässt unsere „Hülle“ immer unelastischer und dünner werden - sie altert vorzeitig.

Ein weiterer negativer Effekt auf die Haut: Nikotin färbt alles, mit dem es in Berührung kommt, gelb bis braun. Besonders schnell geht das an Stellen, an denen der Tabakqualm noch recht heiß ist. Wenn man also regelmäßig eine glimmende Zigarette in der Hand hält, bekommt man eben mit der Zeit gelbe Finger vom Rauchen.

Rauchen begünstigt zudem Hauterkrankungen wie Akne und Neurodermitis!

Rauchen und Wundheilung: Durchs Qualmen verringert sich die Durchblutung. Das verzögert die Wundheilung. Das ist der Grund, warum zum Beispiel Transplantate bei Rauchern schlechter anwachsen als bei Nichtrauchern.

Auch Medikamente wirken bei Rauchern manchmal anders / schlechter.

Psyche

Suchtkrankheit Rauchen: Der Konsum von Tabak ist eine Sucht und damit eine psychische Erkrankung. Wie schnell jemand abhängig wird, hängt von der individuellen Persönlichkeit und Suchtanfälligkeit ab.

Rauchen und Demenz: Die Wissenschaft bringt Rauchen mit einem schnelleren Abbau der Denkleistung und dem Risiko für Alzheimer in Verbindung. In Tests war die kognitive Leistung von Probanden umso schlechter, je mehr der Betreffende rauchte.

Rauchen und Depression: Offenbar gibt es auch einen Zusammenhang zwischen Rauchen und Depression. So konnte in einer Studie bei aktuellen Rauchen die höchste und bei Menschen, die nie geraucht hatten, die niedrigste Depressionsrate nachgewiesen werden. Die Rate von ehemaligen Rauchern lag dazwischen. Möglicherweise kann also Rauchen das Risiko für eine Depression erhöhen und/oder Depressivität den Griff zur Zigarette wahrscheinlicher machen.

Lebenserwartung

„Rauchen kann tödlich sein.“ An diesem Warnhinweis ist etwas dran. Rauchen verkürzt die Lebenserwartung um durchschnittlich rund zehn Jahre.

Warum ist Tabak so gefährlich?

Die giftigen Stoffe im Zigarettenrauch schädigen auf ihrem Weg durch den Körper fast jedes Organ und beeinflussen sogar die Erbinformation der Körperzellen. Laut Robert Koch-Institut (RKI) sterben weltweit jedes Jahr rund fünf Millionen Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Berücksichtigt man zusätzlich die Passivraucher, sind es sogar sechs Millionen. In Deutschland gingen 2013 rund 121.000 Todesfälle auf das Konto von Zigaretten & Co. Das entsprach 13,5 Prozent aller Todesfälle.

Nikotin ist ein starkes Zellgift. Es greift das gesamte Gefäß- und Nervensystem an. So beschleunigt sich durch den Nikotinkonsum unter anderem die Herztätigkeit, und die Blutgefäße verengen sich (Arteriosklerose), was die Durchblutung beeinträchtigt.

Im Tabakrauch finden sich neben Nikotin noch ungefähr 4800 andere chemische Substanzen (z. B. Teerstoffe, Kohlenmonoxide, Blei, Kadmium etc.). Etwa 250 dieser Inhaltsstoffe sind giftig und 90 krebserregend. Hinzu kommen diverse Zusatzstoffe, die zunächst harmlos sind, sich aber beim Verbrennungsprozess in gefährliche Substanzen verwandeln. Ein Beispiel dafür ist der Zucker, der manchen Zigaretten aus Geschmacksgründen zugesetzt wird. Beim Verbrennen können daraus die krebserregenden Susbtanzen Acetaldyhyd und Formaldehyd entstehen. Darüber hinaus können verschiedene Inhaltsstoffe im Tabakrauch sich gegenseitig in ihrer gesundheitsschädlichen Wirkung verstärken.

E-Zigaretten und Co.

Der Dampf nikotinhaltiger E-Produkte, die durch Beimengungen von Geschmack wie Mango, Bubble Gum oder Cola einen harmlosen Livestyle-Eindruck vermitteln, ist nicht weniger gefährlich als der Rauch normaler Zigaretten! Das gilt auch für Pfeifen, Zigarren, „leichte“ Zigaretten (Light-Produkte) und Menthol-Zigaretten.

Hilfen für den Rauchstopp

Es ist nie zu spät, um mit dem Rauchen aufzuhören. In unzähligen Ratgebern finden Sie Tipps und Kniffe dazu, zum Beispiel:

  • Finden Sie heraus, wie Sie aufhören möchten - schrittweise oder abrupt.
  • Notieren Sie sich Gründe, weshalb Sie rauchfrei sein möchten (z. B. Geldersparnis, verbesserte Kondition, schönere Haut, keine stinkenden Klamotten mehr).
  • Notieren Sie sich, wann und wie viel Sie rauchen.
  • Finden Sie Menschen (Familie, Freunde, Arzt etc.), die Sie in Ihrem Vorhaben unterstützen.
  • Vermeiden Sie Langeweile.
  • Versuchen Sie sich in Ausgleichstätigkeiten. Gehen Sie häufig an die frische Luft und bewegen Sie sich möglichst viel.

Rauchen und die gesundheitlichen Folgen: Prognose

Wer es schafft, vom Glimmstängel wegzukommen, hat gute Chancen, die gesundheitlichen Folgen des Rauchens zu reduzieren. Allerdings braucht es dafür Geduld. Wer mit dem Rauchen aufhört, ist nach zehn bis 15 rauchfreien Jahren wieder beim gleichen Erkrankungsrisiko wie ein Nichtraucher.

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