Schnarchender Mann

Schnarchen: Je lauter, desto müder

Dr. Andrea Bannert

Dr. Andrea Bannert ist seit 2013 bei e-happiness. Die promovierte Biologin und Medizinredakteurin forschte zunächst in der Mikrobiologie und ist im Team die Expertin für das Klitzekleine: Bakterien, Viren, Moleküle und Gene. Sie arbeitet freiberuflich zudem für den Bayerischen Rundfunk und verschiedene Wissenschaftsmagazine und schreibt Fantasy-Romane und Kindergeschichten.

Nächtliches Sägen bringt nicht nur den Bettnachbarn um seinen erholsamen Schlaf. Offensichtlich beeinträchtigt es auch die Schlafqualität des Schnarchenden. Das gilt selbst dann, wenn keine Schlafapnoe vorliegt.

Die Schlafapnoe ist eine Erkrankung, bei der es beim nächtlichen Schnarchen häufiger zu Atemaussetzern kommt. Der stockende Atem ist für den Körper ein Alarmsignal. Er startet daraufhin eine „Weckreaktion“, indem er die Atemmuskeln in Brustkorb und Zwerchfell aktiviert – der Mensch wird kurz aus dem Schlaf gerissen.

Riskante Atemaussetzer

Aus Studien weiß man, dass eine Schlafapnoe mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergeht. Außerdem fühlen sich die Betroffenen tagsüber müde. Damit steigt auch ihre Unfallgefahr. Tatsächlich haben Menschen, die an Schlafapnoe leiden, ein höheres Risiko für einen frühzeitigen Tod.

Forscher um den Pneumologen Dr. Or Kalchiem-Dekel von der Ben-Gurion-Universität in Beer-Sheva, Israel wollten wissen, ob auch Schnarchen ohne Atemaussetzer Menschen am nächsten Tag müder macht. Dazu ließen sie 307 Personen, die nicht unter Schlafapnoe litten aber schnarchten, einen sogenannten ESS-Fragebogen ausfüllen. Die Abkürzung steht für Epworth Sleepiness Scale – diese Skala erfasst die Tagesmüdigkeit.