Gemüse auf dem Grill

Fördern verarbeitete Lebensmittel Autismus?

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Christiane Fux

Christiane Fux studierte in Hamburg Journalismus und Psychologie. Seit 2001 schreibt die erfahrene Medizinredakteurin Magazinartikel, Nachrichten und Sachtexte zu allen denkbaren Gesundheitsthemen. Neben ihrer Arbeit für e-happiness ist Christiane Fux auch in der Prosa unterwegs. 2012 erschien ihr erster Krimi, außerdem schreibt, entwirft und verlegt sie ihre eigenen Krimispiele.

Wie sich die Mutter in der Schwangerschaft ernährt, könnte die Hirnentwicklung des Kindes beeinflussen. Besonders ein Nahrungsbestandteil scheint Autismus zu fördern.

Insbesondere, wenn die Schwangere viele verarbeitete Nahrungsmittel zu sich nimmt, könnte das die Gehirnentwicklung des Ungeborenen stören, zeigt eine US-Studie. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Propionsäure. Sie wird als Konservierungsmittel in Fertigprodukten eingesetzt, aber auch Brot zugefügt, damit es weniger schnell schimmelt.

Propionsäure beeinflusst Hirnentwicklung von Ungeborenen

Forscher um Dr. Saleh Naser von der University of Central Florida haben anhand von Laborexperimenten nachgewiesen, dass ein hoher Gehalt an Propionsäure die Entwicklung der neuronalen Stammzellen beeinflusst. Zum einen stört die Säure die Balance der verschiedenen Typen von Gehirnzellen.

Während weniger Neuronen entstehen als sonst üblich, nimmt die Zahl der sogenannten Gliazellen zu. Diese unterstützen zwar die Entwicklung der Neuronen und schützen sie. Sind jedoch zu viele Gliazellen vorhanden, stören sie die Vernetzung der Nervenzellen untereinander. Sie können auch stille Entzündungsreaktionen hervorrufen, wie sie häufiger in den Gehirnen autistischer Kinder nachgewiesen wurden.

Reduzierte Fähigkeit zur Interaktion

Größere Mengen Propionsäure verkürzen und beschädigen zudem die Schaltwege, über die Neuronen mit dem übrigen Körper kommunizieren. Die Kombination aus beschädigten Kommunikationswegen und reduzierter Neuronenzahl könnte Verhaltensweisen fördern, die typisch für Menschen mit Autismus sind. Dazu gehören stereotype Verhaltensmuster sowie die Unfähigkeit, mit den Mitmenschen zu interagieren.

Dabei ist Propionsäure nicht einmal eine künstliche Chemikalie, sondern entsteht auch bei der Verwertung von Nahrung im Darm. Größere Mengen, die die Mutter über die Nahrung aufnimmt, könnten aber zusätzlich an den Fötus weitergegeben werden.

Mehr Propionsäure im Stuhl

Vorangegangene Untersuchungen haben bereits gezeigt, dass bei Kindern mit Autismus die Menge von Propionsäure im Stuhl höher ist als gewöhnlich. Diese hängt auch davon ab, welche Keime im Darm in welcher Zahl vertreten sind. Zudem leiden autistische Kinder häufiger unter Magen-Darm-Beschwerden wie Reizdarm.

Inwiefern die Propionsäure auch außerhalb des Mutterleibs die Hirnentwicklung bei Kindern mit Autismus beeinflussen könnte, darauf gibt die Studie allerdings keinen Hinweis.

In einem nächsten Schritt wollen die Forscher in Tests mit Mäusen untersuchen, ob eine propionsäurereiche Ernährung trächtiger Weibchen häufiger mit autismusähnlichen Erkrankungen beim Nachwuchs einhergeht.

Tritt Autismus häufiger auf?

Unter der Autismus-Spektrum-Störung, kurz Autismus, werden verschiedene Erscheinungsformen zusammengefasst. Dazu gehören der frühkindliche Autismus, der atypische Autismus und das Asperger-Syndrom.

Vor allem Zahlen aus den USA lassen vermuten, dass Autismus zunehmend häufiger auftritt. Nach Angaben des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) erhielt 2018 eines von 59 Kindern die Diagnose Autismus. Im Jahr 2000 war es noch 1 von 150 Kindern.

Teilweise lässt sich das darauf zurückführen, dass das Bewusstsein für die Erkrankung gestiegen ist und mehr betroffene Kinder mit der Störung diagnostiziert werden. Doch es werden auch Ursachen für einen tatsächlichen Anstieg der Fallzahlen diskutiert.

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