Schlafendes Mädchen hält ihr Handy fest

Darum schlafen deutsche Schüler schlecht

Lisa Vogel

Lisa Vogel studierte Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Medizin und Biowissenschaften an der Hochschule Ansbach und vertiefte ihre journalistischen Kenntnisse im Masterstudiengang Multimediale Information und Kommunikation. Als freie Journalistin sammelte sie Erfahrungen im Lokaljournalismus und schrieb Beiträge für Gesundheitsplattformen. Seit September 2018 ist sie Volontärin in der e-happiness Redaktion.

Fast jeder dritte Schüler leidet unter Schlafstörungen. Vor allem in den höheren Klassenstufen kommt der Schlaf zu kurz. Der Präventionsradar 2018 der DAK-Gesundheit hat eine Hauptursache für die schlechte Nachtruhe ausgemacht.

Lehrer müssen morgens in viele müde Gesichter blicken. Denn viele Schüler schlafen zu wenig und leiden an Schlafstörungen. Das hat eine repräsentative Umfrage der DAK-Gesundheit mit fast 9300 Schülern im Schuljahr 2017/18 ergeben. Fünft- bis Zehntklässler von 44 Schulen aus sechs Bundesländern gaben bei der Befragung Einsicht in ihre Lebensweise.

Gefragt wurde neben den Schlafgewohnheiten auch nach der Ernährung, täglicher Bewegung, dem psychischen Wohlbefinden und dem Konsum von Substanzen wie Energydrinks, Alkohol und Zigaretten.

Jeder dritte Schüler leidet an Schlafstörungen

Das Ergebnis zeigt, dass Schlafprobleme unter Schülern weit verbreitet sind: Jeder Zweite leidet regelmäßig an Erschöpfung und Müdigkeit. Das sind damit die häufigsten genannten Beschwerden im Alltag. Jeder dritte Schüler leidet sogar regelmäßig unter Schlafstörungen. „Die Schüler kümmern sich nachts um volle Akkus bei ihren Smartphones, aber sie laden ihre eigenen Batterien nicht mehr ausreichend auf“, kommentiert Andreas Storm, Vorstandvorsitzender der DAK-Gesundheit.

Viel Bildschirmzeit, weniger Schlaf

Dass die tägliche Zeit vor Smartphone, Tablet und Fernseher einen negativen Einfluss auf Dauer und Qualität des Schlafes hat, weiß man schon länger. Insbesondere in den Abendstunden wirkt sich das Starren auf die Bildschirme ungünstig aus. Zum einen ist das eher bläuliche Licht dem Tageslicht ähnlich und macht eher munter. Vor allem aber kommt der Geist nicht zur Ruhe.

Mit zunehmendem Alter der Schüler geht die Bildschirmzeit nach oben, zeigt der Präventionsreport. Fast ein Drittel der Neunt- und Zehntklässler verbringen mehr als vier Stunden vor Monitoren und Displays aller Art. Bei den Schülern der fünften und sechsten Klasse sind es neun Prozent.

„Smartphones rauben den Schlaf“

Die Schüler mit mehr als vier Stunden täglicher Bildschirmzeit schlafen dabei deutlich weniger als ihre Klassenkameraden. Der Trend ist in allen Klassenstufen zu erkennen. „Die Smartphones rauben den Schülern den Schlaf“, sagt Studienleiter Prof. Reiner Hanewinkel.

Der Schlafbedarf von Kindern und Jugendlichen ist sehr unterschiedlich. Doch für Kinder bis 13 Jahre gelten neun bis elf Stunden, für Jugendliche von 14 bis 17 Jahren acht bis zehn Stunden als empfehlenswert. Neunt- und Zehntklässler mit mehr als vier Stunden Bildschirmzeit kommen im Schnitt nur auf sieben Stunden Schlaf. Das ist zu wenig.

Wenig Schlaf, mehr Stress

Der Schlafmangel hat Konsequenzen: Der Präventionsreport zeigt einen Zusammenhang zwischen der geringen Schlafdauer und dem Stresslevel der Schüler. Je weniger Schlaf die Schüler bekommen, desto gestresster fühlen sie sich. Dabei könnte es sich um einen Teufelskreis handeln: Stress, auch der von Medien ausgelöste, raubt den Schlaf. Und wer unausgeschlafen ist, ist weniger leistungsfähig und damit schneller gestresst. Die Hälfte der Mädchen steht oft oder sehr oft unter Stress. Bei den Jungen ist es ein Drittel.

Smartphonefrei schlummern

Studienleiter Hanewinkel fordert wirksame Programme für einen bewussteren Umgang mit digitalen Medien, um Gesundheitsproblemen vorzubeugen. Smartphone und Laptop nachts aus dem Zimmer verbannen, wäre ein erster Schritt zu einem besseren Schlaf – nicht nur für Schüler.

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