Creme auf dem Finger

Chlamydien: Creme verhindert Infektion

Lisa Vogel

Lisa Vogel hat Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Medizin und Biowissenschaften an der Hochschule Ansbach studiert und ihre journalistischen Kenntnisse im Masterstudiengang Multimediale Information und Kommunikation vertieft. Als freie Journalistin sammelte sie Erfahrungen im Lokaljournalismus und schrieb Beiträge für Gesundheitsplattformen. Seit September 2018 ist sie Volontärin in der e-happiness Redaktion.

Gibt es in Zukunft eine vorbeugende Creme gegen Chlamydien? Ein neuer Wirkstoff hindert die Bakterien daran, in die Schleimhautzellen der Geschlechtsorgane einzudringen. Im Labor schneidet das Mittel gut ab.

Um eine Chlamydien-Infektion wieder loszuwerden, sind Antibiotika nötig. Viel besser wäre es aber, sich gar nicht erst anzustecken. Das erspart den Patienten die Therapie und wirkt der weiteren Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen entgegen. „Besonders profitieren davon Menschen, die nicht mit herkömmlichen Mitteln behandelt werden können ”, sagt Hauptautor Prof. Emmanuel Ho von der kanadischen Waterloo School of Pharmacy.

Das neue Mittel funktioniert anders: Statt die Bakterien nach erfolgter Infektion zu bekämpfen, verhindert es, dass sie überhaupt in die Zellen eindringen können, wo sie sich vermehren.

Kein Eintritt für Chlamydien

Normalerweise docken Chlamydien-Bakterien dazu an den Körperzellen über einen sogenannten Rezeptor an. Dabei handelt es sich um ein spezielles Eiweiß an der Zelloberfläche, das ihnen den Zugang in die Zelle ermöglicht. Sind die Bakterien erst einmal eingedrungen, vermehren sie sich.

Die Wissenschaftler um Ho entwickelten eine kurze genetische Sequenz, eine sogenannte Small interfering RNA, kurz siRNA. Sie blockiert ein bestimmtes Gen (PDGFR-Gen) im Genitaltrakt, das die Bildung des Rezeptorproteins im vorneherein unterbindet. Den Chlamydien fehlt so die Eintrittskarte zu den Zellen und sie können sich nicht vermehren.

Anwendung als Creme vorstellbar

„Die Behandlung mit der siRNA könnte als Creme oder Gel erfolgen“, sagt Hauptautor Ho gegenüber e-happiness. Aufgetragen auf den Penis oder intravaginal könnten Männer und Frauen vor dem Geschlechtsverkehr einer Chlamydien-Infektion vorbeugen.

65 Prozent Erfolgsrate

Bereits 48 Stunden nach Einsatz der siRNA ist eine Infektion trotz Kontakt zu den Erregern weniger wahrscheinlich. Bei Tests konnte eine einzelne Anwendung 65 Prozent der Versuchszellen vor dem Eintritt der Bakterien schützen.

Die Untersuchungen mit der siRNA fanden bislang ausschließlich im Labor statt. „Es gab noch keine Tests an Menschen oder Tieren“, sagt Ho. Bis das Mittel verfügbar ist, werden noch mehrere Jahre vergehen, so der Wissenschaftler.

Unbehandelt droht Unfruchtbarkeit

Bei einer Infektion mit Chlamydia trachomatis befallen die Bakterien meist die Geschlechtsorgane, seltener die Augen oder die Atemwege. Die Ansteckung erfolgt in der Regel bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Tückisch ist, dass viele Männer trotz Infektion keine Symptome haben. Sie verbreiten die Erreger ahnungslos weiter. Unbehandelt kann eine Chlamydien-Infektion Unfruchtbarkeit bei Männern und Frauen verursachen.

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