Kühlschrank mit Aufkleber für Notfalldose

Der Hilfssanitäter wohnt im Kühlschrank

Lisa Vogel

Lisa Vogel studierte Ressortjournalismus mit dem Schwerpunkt Medizin und Biowissenschaften an der Hochschule Ansbach und vertiefte ihre journalistischen Kenntnisse im Masterstudiengang Multimediale Information und Kommunikation. Als freie Journalistin sammelte sie Erfahrungen im Lokaljournalismus und schrieb Beiträge für Gesundheitsplattformen. Seit September 2018 ist sie Volontärin in der e-happiness Redaktion.

Alltag beim Notarzteinsatz: In der Wohnung liegt ein bewusstloser Mensch - und kein Angehöriger weit und breit, der Auskunft geben kann. Für die Notärzte eine heikle Situation: Hat der Patient Vorerkrankungen? Nimmt er Medikamente? Herumliegende Tablettendöschen und Arztbriefe könnten dann Aufschluss geben – aber die Suche kostet wertvolle Zeit. Genau in dieser Situation hilft die „Notfalldose“.

Informationen lagern im Kühlschrank

Dabei handelt es sich um eine senfglasgroße, runde Plastikbox mit weißem Kreuz auf grünem Grund. Sie enthält wichtige medizinische Angaben für Notärzte und Rettungsdienst– und lagert gut sichtbar in der Kühlschranktür. Dort reiht sie sich wunderbar ein zwischen Einmachgläsern und Marmelade. Der grüne Aufdruck „SOS Informationen für die Lebensrettung“ sticht dennoch sofort ins Auge.

Medizinische Fakten im Kühlschrank? Das macht Sinn! Es ist ein Ort, den es in jedem Haushalt gibt – so muss der Rettungsdienst nicht lange suchen. Im Zweifel können die enthaltenen Hinweise sogar lebensrettend sein.

Bei Herzschrittmacher-Patienten zum Beispiel: Wird ein Patient mit einem lebensnotwendigen Schrittmacher defibrilliert, kann das Gerät im Körper kaputt gehen. Nach der Wiederbelebung ist der Herzrhythmus dann nicht stark genug und es droht Lebensgefahr. Weiß der Rettungsdienst vom Schrittmacher, können sie die Elektroden so anbringen, dass das Gerät intakt bleibt.

Must-haves: Arztbrief, Medikamentenplan, Kontaktperson

Notfalldose für den Kühlschrank

In der Büchse steckt ein Formular mit den wichtigsten Daten des Patienten. Allergien, Vorerkrankungen, Unverträglichkeiten lassen sich so auf einen Blick erfassen. Ein aktueller Medikamentenplan hilft dem Rettungsdienst, die richtigen Mittel zu verabreichen. Auch der letzte Arztbrief kommt, soweit vorhanden, mit hinein. Die Sanitäter wissen dann, ob der Patient in eine Fachklinik gebracht werden muss.

„Wichtig ist es auch, eine Kontaktperson anzugeben“, sagt Dr. Raoul Groß, medizinischer Leiter beim Deutschen Roten Kreuze in Köln. Damit die Retter die Notfalldose auch finden, weisen ihnen Aufkleber an der Innenseite der Wohnungstür und an der Kühlschranktür den Weg.

„Jeder profitiert – auch Gesunde“

Das Döschen ist vor allem für alleinlebende Menschen mit Vorerkrankungen gedacht. Doch auch dem, der nicht allein lebt, kann sie im Notfall helfen. Oft haben die Angehörigen die wichtigen Daten vor Schreck nicht mehr parat, vielleicht sind sie auch ganz einfach nicht zuhause. Wann eine Notsituation eintrifft, weiß schließlich niemand.

„Von einer Notfalldose kann jeder profitieren, sogar Gesunde “, sagt Groß. Denn auch die Information, dass keine Vorerkrankung vorliegt, ist für die Retter hilfreich.

Jede Dose braucht ein Foto

„Wichtig ist, dass man die Dose dem Patienten eindeutig zuordnen kann“, sagt Groß. Der Notarzt ist für die Berufsfeuerwehr aktiv und kennt die Situation. Die Person, die dort bewusstlos vor den Rettern liegt, kann schließlich auch ein Besucher sein. Ein Name auf der Dose reicht zur Identifikation also nicht aus. Groß empfiehlt ein Foto, außen an die Büchse zu kleben.

Einmal jährlich kontrollieren

Entscheidend ist auch, die Notfalldose in der Kühlschranktür regelmäßig zu aktualisieren: nach jedem erneuten Krankenhausaufenthalt , jedem neuen Medikament und jeder neuen Diagnose.

Wichtig: Immer das Datum der Aktualisierung vermerken! Das gilt auch einmal jährlich, wenn sich nichts geändert hat. „Bei einem fünf Jahre alten Medikamentenplan gehe ich nicht davon aus, dass er noch aktuell ist“, sagt Groß.

Die Kosten variieren

Die Notfalldosen sind online und in einigen Apotheken erhältlich – für etwa fünf Euro das Stück. Je nach Anbieter kann der Preis allerdings variieren. Pflegedienste und Krankenhäuser verteilen sie zum Teil kostenlos an ihre Patienten. Für welchen Anbieter man sich entscheide, sei für den Rettungsdienst unwichtig, versichert Notfallmediziner Groß. „Was außen auf der Dose steht ist egal, auf den Inhalt kommt es an.“

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