Scharlach und Schwangerschaft

Dr. med. Ricarda Schwarz

Ricarda Schwarz studierte Medizin in Würzburg, wo sie auch ihre Promotion abschloss. Nach sehr vielseitigen Aufgaben in der medizinischen praktischen Ausbildung (PJ) in Flensburg, Hamburg und Neuseeland ist sie nun in der Neuroradiologie und Radiologie der Uniklinik Tübingen tätig.

Martina Feichter

Martina Feichter hat in Innsbruck Biologie mit Wahlfach Pharmazie studiert und sich dabei auch in die Welt der Heilpflanzen vertieft. Von dort war es nicht weit zu anderen medizinischen Themen, die sie bis heute fesseln. Sie ließ sich an der Axel Springer Akademie in Hamburg zur Journalistin ausbilden und arbeitet seit 2007 für e-happiness - zuerst als Redakteurin und seit 2012 als freie Autorin.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

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Die Ansteckungsgefahr ist sehr hoch bei Scharlach. Schwangerschaft ist für solche Infektionen generell eine sensible Zeit wegen der möglichen Gefahren für das Ungeborene. Wird Scharlach bei Schwangeren aber schnell erkannt und behandelt, besteht kein erhöhtes Risiko für das Kind. Hier erfahren Sie alles Wichtige zum Thema Scharlach & Schwangerschaft.

scharlach

Scharlach in der Schwangerschaft

Bei Scharlach handelt es sich meistens um eine Kinderkrankheit. Dennoch können auch Erwachsene daran erkranken. Auch Scharlach bei Schwangeren kommt vor. Die hormonellen Veränderungen in der Schwangerschaft schwächen das Immunsystem. Darum ist eine Schwangere generel anfälliger für Infektionen.

Scharlach wird durch ein Bakterium der Streptokokken-Familie ausgelöst. Gegen die Giftstoffe dieses Bakteriums kann der menschliche Körper schützende Antikörper bilden. Eine Frau, die schon irgendwann vor ihrer Schwangerschaft Scharlach hatte, ist also besser geschützt. Doch auch sie kann noch einmal erkranken, da es verschiedene Stämme des Scharlach-Erregers gibt.

Wenn eine Frau mit Scharlach schwanger ist, sollte sie umgehend einen Arzt aufsuchen und sich behandeln lassen. Voraussetzung dafür ist, dass man auftretende Beschwerden als mögliche Scharlach-Symptome erkennt.

Scharlach & Schwangerschaft: Symptome

Die Krankheitssymptome von Scharlach verändern sich nicht durch eine Schwangerschaft: Scharlach verursacht bei nahezu allen Patienten eine Mandel- und Rachenentzündung sowie Fieber. Typischerweise entwickeln sich auch eine tiefrote "Himbeerzunge" und ein rötlicher Hautausschlag, der sich von den Leisten ausgehend über den Körper ausbreitet. Auch geschwollene Halslymphknoten, Erbrechen und Schüttelfrost sind mögliche Symptome bei Scharlach.

Schwangerschaft und das Ungeborene werden durch die Krankheit selbst nicht speziell gefährdet. Eventuell auftretende Komplikationen und Spätfolgen können aber gefährlich werden.

Scharlach & Schwangerschaft: Mögliche Risiken

Generell ist eine Schwangerschaft ohne jegliche Krankheiten optimal. Allerdings werden die meisten Schwangeren in diesen neun Monaten auch einmal krank. Dabei gibt es Krankheiten, die keinen direkten Einfluss auf das ungeborene Kind haben. Dazu zählt auch Scharlach. Die Schwangerschaft und das Ungeborene sollten dann aber stärker medizinisch überwacht werden. Denn wird die Infektion zu spät erkannt und behandelt, kann es zu Komplikationen und Spätfolgen kommen:

So entwickeln sich manchmal Herz- und Nierenentzündungen infolge von Scharlach. Bei Schwangeren ergibt sich dann eine größere Gefahr für das ungeborene Kind. Herz und Nieren der Mutter sind nämlich für die ausreichende Versorgung des Kindes mit Sauerstoff und Nährstoffen wichtig. Deshalb können Funktionsbeeinträchtigungen dieser Organe durch Scharlach Schwangerschaft und Wachstum des Kindes gefährden.

Die Krankheit an sich führt aber weder zu einem erhöhten Risiko für Fehl- oder Totgeburt noch zu kindlichen Fehlbildungen während der Schwangerschaft.

Scharlach & Schwangerschaft: Behandlung

Als bakterielle Infektionskrankheit lässt sich Scharlach gut mit einem Antibiotikum behandeln. Vor allem Penicillin wird eingesetzt in der Therapie von Scharlach. Schwangerschaft und Stillzeit sind Phasen, in denen Medikamente generell nur bei dringender Notwendigkeit verabreicht werden sollten. Penicillin ist aber eines jener Antibiotika, das auch Schwangere sowie Stillende erhalten dürfen.

Innerhalb weniger Tage nach Therapiebeginn klingen die Scharlach-Symptome im Allgemeinen ab. Trotzdem sollte das Medikament die vollen zehn Tage, wie vom Arzt verordnet, gegeben werden. Nur dann sinkt das Risiko für Komplikationen und Spätfolgen durch Scharlach. Schwangerschaft und auch Stillzeit verlaufen dann in der Regel problemlos.

Allgemeine Tipps bei Scharlach sind zum Beispiel Bettruhe, viel trinken (gegen das Fieber), warme Halswickel (gegen die Halsschmerzen) und weiche oder flüssige Nahrung (bei Schluckbeschwerden).

Scharlach & Schwangerschaft: Vorbeugung

Die Infektionskrankheit Scharlach ist sehr ansteckend, und bislang gibt es keinen Impfstoff dagegen. Vor allem in Kindergärten und Schulen, aber auch in anderen Gemeinschaftseinrichtungen erkranken oft viele Menschen gleichzeitig an Scharlach. Schwangerschaft und Stillzeit bleiben dann am besten geschützt, wenn Frauen betroffene Einrichtungen meiden. Das gilt auch für den nahen Kontakt zu (potenziell) Erkrankten.

Über diesen Text

Datum:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

ICD-Codes:
    A38
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.

Quellen

  • Robert Koch-Institut (RKI): www.rki.de (Abruf: 26.11.2017)
  • Informationsportal des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG): www.gesundheitsinformation.de (Abruf: 25.11.2017)
  • Informationsportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.infektionsschutz.de (Abruf: 25.11.2017)
  • Deutscher Hebammenverlag: Schwangerenvorsorge durch Hebammen, Hippokrates Verlag, 3. Auflage, 2014
  • Informationsportal des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte e.V.: www.kinderaerzte-im-netz.de (Abruf: 25.11.2017)
  • Muntau, A.C.: Intensiurs Pädiatrie, Elsevier/Urban & Fischer Verlag, 6. Auflage, 2011
  • Kiechle, M.: Gynäkologie und Geburtshilfe, Elsevier/Urban & Fischer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Renz-Polster, H. & Krautzig, S.: Basislehrbuch Innere Medizin, Elsevier/Urban & Fischer Verlag, 5. Auflage, 2012
  • DEGAM-Leitlinie Nr. 14 „Halsschmerzen“ der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (Stand: Oktober 2009)
  • Herold, G.: Innere Medizin, Selbstverlag, 2013
  • S2k-Leitlinie "Rheumatisches Fieber" der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie (DGPK) (Stand: 2013)
  • Vorlage:
    Dr. med. Beate Eigler
Dr. med. Ricarda Schwarz

Ricarda Schwarz studierte Medizin in Würzburg, wo sie auch ihre Promotion abschloss. Nach sehr vielseitigen Aufgaben in der medizinischen praktischen Ausbildung (PJ) in Flensburg, Hamburg und Neuseeland ist sie nun in der Neuroradiologie und Radiologie der Uniklinik Tübingen tätig.

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