Krankenhäuser in Deutschland - Daten & Fakten

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Ingrid Müller

Ingrid Müller ist Chemikerin und Medizinjournalistin. Sie war zwölf Jahre Chefredakteurin von e-happiness. Seit März 2014 arbeitet sie als freie Journalistin und Autorin unter anderem für Focus Gesundheit, das Gesundheitsportal ellviva.de, den Verlag living crossmedia und den Gesundheitschannel von rtv.de.

Im Jahr 2017 gab es in Deutschland 1.942 Krankenhäuser. Diese Zahl sinkt seit einigen Jahren. So waren es 1998 noch 2.263 Kliniken, im Jahr 2009 noch 2.080 und im Jahr 2011 noch 2.045 Kliniken. Auch die Zahl der Krankenhausbetten und die Bettenauslastung verringerten sich. Insgesamt stellten Kliniken im Jahr 2016 genau 501.475 Betten zur Verfügung - das waren über 2.500 Betten weniger als noch 2012. Die Zahl der Vorsorge- oder Reha-Einrichtungen lag 2016 bei 1.149.

Klinik; Krankenhaus; Deutschland

Im Vergleich zu früher verbringen die Patienten weniger Tage in der Klinik. Die Verweildauer sank von zehn (1998) auf 7,3 Tage im Schnitt (2017). Der Grund: Kliniken werden nicht mehr nach der Aufenthaltsdauer ihrer Patienten, sondern nach festgelegten Fallpauschalen (DRGs) bezahlt.

Die Zahl der Aufenthalte steigt hingegen: Im Jahr 2012 versorgten die Krankenhäuser in Deutschland 18,6 Millionen Menschen stationär. 2017 waren es bereits 19,4 Millionen.

Krankenhaus - die Definition

Der Gesetzgeber versteht unter einem Krankenhaus jede Einrichtung, in der durch ärztliche und pflegerische Leistung Krankheiten, Leiden oder Körperschäden festgestellt, geheilt und/oder gelindert werden sollen, Geburtshilfe geleistet wird und in denen die zu versorgenden Patienten bzw. Personen untergebracht und verpflegt werden können. Krankenhäuser müssen fachlich-medizinisch unter ständiger ärztlicher Leitung stehen, über ausreichende, ihrem Versorgungsauftrag entsprechende diagnostische und therapeutische Möglichkeiten verfügen und nach wissenschaftlich anerkannten Methoden arbeiten.

Trend zur Privatisierung

Die Struktur der Kliniklandschaft ändert sich: Immer mehr Kliniken werden privatisiert und gehen in private Trägerschaften über. Dafür sinkt der Anteil der öffentlichen und freigemeinnützigen (z.B. kirchlichen) Trägerschaften. Im Jahr 2011 waren 30,4 Prozent der Kliniken öffentlich, 36,5 Prozent freigemeinnützig und 33,4 Prozent privat.

Da Kliniken mit öffentlichen Trägern (aktuell 30 Prozent) oft besonders groß sind, stehen hier die meisten Betten (47,8 Prozent). Auch hier zeichnet sich der Trend zur Privatisierung ab, und der Anteil der Betten in privaten Häusern (aktuell über 30 Prozent) nimmt stetig zu. Der Anteil der Betten in freigemeinnützigen Häusern sinkt dagegen (von 34,1 Prozent im Jahr 2012 auf 18,7 Prozent im Jahr 2017).

Voll- und teilstationäre Krankenhausleistungen der Kliniken, die im Krankenhausbedarfsplan des jeweiligen Bundeslandes aufgenommen sind, werden nach der Bundespflegesatzverordnung bzw. dem Krankenhausentgeltgesetz vergütet. Alle öffentlichen und freigemeinnützigen Krankenhäuser müssen nach diesen Vorgaben abrechnen. Bei den privaten Kliniken hingegen gibt es auch Häuser, die den gesetzlichen Bestimmungen nicht unterliegen und daher ihre Preise frei gestalten können. Das kann zu Schwierigkeiten bei der Erstattung der Krankenhausleistungen durch die Krankenversicherung führen.

Stationär versus ambulant

Die traditionelle Unterbringung im Krankenhaus ist stationär. Das bedeutet, dass ein Patient mehrere Tage in der Klinik verbringt. Kliniken verfügen aber auch über ambulante Abteilungen, in denen Untersuchungen oder Behandlungen durchgeführt werden, die manchmal in Arztpraxen nicht möglich sind. Im Anschluss (also am gleichen Tag) kann der Patient wieder nach Hause gehen. Hinzu kommen Spezialsprechstunden und Ambulanzen beispielsweise für Diabetiker, Tinnituspatienten oder Allergiker.

Die strenge Trennung zwischen ambulant praktizierenden Ärzten und Kliniken aller Art soll künftig aufgeweicht werden. Die "Integrierte Versorgung", die im Rahmen der Gesundheitsreform 2000 eingeführt wurde, setzt auf übergreifende Versorgungsformen. Sie fördert eine stärkere Vernetzung der verschiedenen Fachdisziplinen und Sektoren (Hausärzte, Fachärzte, Krankenhäuser). So sollen die Versorgungsqualität der Patienten verbessert und die Gesundheitsausgaben gesenkt werden.

Arten von Krankenhäusern

Es gibt verschiedene Arten von Krankenhäusern in Deutschland. So unterscheidet man Universitätskliniken, Allgemeinkrankenhäuser, Fachkrankenhäuser, Belegkrankenhäuser, Praxiskliniken sowie Tages- und Nachtkliniken.

  • Universitätskliniken sollen die Bevölkerung umfassend stationär versorgen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der medizinischen Ausbildung und Forschung.
  • Allgemeinkliniken sollen die Bevölkerung umfassend stationär versorgen. Hier gibt es mehrere medizinische Fachrichtungen.
  • Fachkliniken sind auf bestimmte Fachgebiete spezialisiert (z.B. Endokrinologie, Dermatologie, Augenheilkunde).
  • In Belegkrankenhäusern werden die ärztlichen Leistungen nicht durch angestellte Ärzte erbracht, sondern durch niedergelassene Vertragsärzte. Das Krankenhaus stellt nur die Räumlichkeiten zur Verfügung, sorgt für Unterkunft, Verpflegung und Pflege der Patienten.
  • Eine Praxisklinik ist ein Unternehmen, das meist niedergelassene Ärzte führen. In der Regel werden hier ambulante Therapien (auch Operationen) durchgeführt. Der Patient kann dort auch über Nacht bleiben (meist nur eine).
  • Eine Tagesklinik ist eine Einrichtung der ambulanten/teilstationären Patientenbetreuung. Hier können Patienten bis zu 24 Stunden lang behandelt bzw. betreut werden. Es gibt immer häufiger operative Tageskliniken an Krankenhäusern - hier werden ambulante Operationen durchgeführt.

Ein Patient kann das Krankenhaus grundsätzlich frei wählen. Allerdings werden nicht alle Behandlungen in jeder Klinik angeboten. Hilfreich kann hier ein Blick in den Qualitätsbericht der Klinik sein: Kliniken sind seit 2005 gesetzlich verpflichtet, über ihre Strukturen und Leistungen zu informieren.

Je nach ihrer Versorgungsaufgabe werden Krankenhäuser in verschiedene Kategorien eingestuft. Man unterscheidet Kliniken der Grund-und Regelversorgung, Regionalkrankenhäuser mit einer mittleren Versorgungsmöglichkeit und Schwerpunktkrankenhäuser (z.B. Universitätskliniken) mit einer Maximalversorgung. Die Kliniken sind in der Regel nach Abteilungen wie Innere Medizin, Chirurgie, HNO, Dermatologie oder Urologie gegliedert. Die meisten Krankenhäuser verfügen auch über Intensivstationen.

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