Krankenhaus - die Mitarbeiter

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Ingrid Müller

Ingrid Müller ist Chemikerin und Medizinjournalistin. Sie war zwölf Jahre Chefredakteurin von e-happiness. Seit März 2014 arbeitet sie als freie Journalistin und Autorin unter anderem für Focus Gesundheit, das Gesundheitsportal ellviva.de, den Verlag living crossmedia und den Gesundheitschannel von rtv.de.

In Deutschland gibt es private, öffentliche und freigemeinnützige (z.B. kirchliche) Kliniken, in denen eine Vielzahl von Mitarbeitern beschäftigt ist. Im Jahr 2017 arbeiteten im Jahresdurchschnitt 894.400 Vollkräfte in deutschen Kliniken. Davon waren 161.208 Ärzte verschiedenster Disziplinen (z.B. Chirurgen, Augenärzte, Kardiologen) und 733.193 arbeiten im nichtärztlichen Dienst (z.B. Krankenschwestern, Hebammen, Physiotherapeuten, Logopäden). Die Zahl der Vollkräfte stieg im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Prozent im ärztlichen Dienst beziehungsweise um 1,5 Prozent im nichtärztlichen Dienst.

Ärzte; Operation

Ein Krankenhaus besteht aus verschiedenen Fachabteilungen wie Chirurgie, Innere Medizin, Augenheilkunde, Gynäkologie oder Radiologie. An der Spitze jeder Fachabteilung steht ein Chefarzt oder eine Chefärztin. Wie die meisten Firmen hat auch jedes Krankenhaus eine Geschäftsführung, die für das Unternehmen verantwortlich ist. Sie besteht aus dem Leiter der Verwaltung (Kaufmännischer Geschäftsführer), der Ärztlichen Leitung (Ärztlicher Direktor) und der Pflegedienstleitung.

Wie eine Klinik genau aufgebaut ist, welche Mitarbeiter es gibt und welche Aufgaben sie haben, ist für Patienten oft undurchsichtig. Bei großen Kliniken können einzelne Abteilungen schon größer sein als ein kleines Krankenhaus.

Ärzte - Medizin ist Teamarbeit

In den verschiedenen Fachabteilungen arbeiten Chefarzt, Oberarzt, Stationsarzt und meist Assistenzärzte. In den meisten Abteilungen gibt es mehrere Assistenzärzte, die entweder schon Fachärzte sind (z.B. Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, Facharzt für Innere Medizin) oder sich gerade zum Facharzt weiterbilden.

Der  Oberarzt oder ein erfahrener Stationsarzt leitet die Assistenzärzte an. Diese arbeiten nah am Patienten, betreuen und untersuchen ihn. Assistenzärzte und Stationsarzt sind also die wichtigsten Ansprechpartner für einen Patienten. Sie stehen in einem regelmäßigen Austausch mit dem Ober- und Chefarzt.

Pflegepersonal - Gesundheits- und Krankenpfleger

Die Pflegedienstleitung ist die leitende Pflegekraft. Außerdem gibt es meist eine Stationsleitung, die ein Team aus Gesundheits- und Krankenpflegern sowie auszubildenden Gesundheits- und Krankenpflegern, Pflegehelfern und Altenpflegern leitet. Schwestern und Pfleger sind wichtige Kontaktpersonen für Patienten. Das Pflegepersonal organisiert den gesamten Ablauf auf der Station und betreut die Patienten. Meist begleitet mindestens eine der Schwestern bzw. einer der Pfleger die tägliche Visite des Ärzteteams.

Physiotherapeuten (Krankengymnasten)

Physiotherapeuten arbeiten auf vielen Stationen. Nach einem Schlaganfall etwa sind sie unverzichtbar, um die Beeinträchtigungen eines Patienten zu minimieren (z.B. Verbesserung der motorischen Fähigkeiten). Sie sind auch ein wichtiger Pfeiler nach Operationen, damit Patienten schneller wieder "auf die Beine" kommen. Krankengymnasten üben mit Patienten ganz individuell und unterstützen damit den Heilungsverlauf. Sie zeigen den Patienten auch, wie sie die Übungen selbst durchführen können.

Medizinisch-technischer Dienst

Es gibt eine Reihe von Mitarbeitern, die im Labor beschäftigt sind. Sie analysieren Blut-, Harn- oder Stuhlproben und führen mikrobiologische Untersuchungen durch (z.B. Nachweis bestimmter Bakterien, Viren und anderer Erreger).

Mitarbeiter des medizinisch-technischen Dienstes sind für die Vorbereitung und Durchführung technischer Untersuchungsverfahren zuständig. Sie kümmern sich um Röntgengeräte, EKG, Ultraschall, Computertomografen oder Kernspintomografen.

Rund ums Essen

Bei bestimmten Erkrankungen kommen Ernährungsberater zum Einsatz. Davon profitieren zum Beispiel Diabetiker, Menschen nach einer Gallenoperation, Krebspatienten oder Patienten mit Osteoporose. Ernährungsberater erstellen in Absprache mit dem behandelnden Arzt individuelle Diät- und Ernährungspläne für Patienten. In manchen Kliniken arbeiten auch Oecotrophologen (Ernährungs- und Haushaltswissenschaftler), die Patienten ebenfalls zum Thema Ernährung beraten.

Die Ernährungsberater arbeiten auch eng mit der Küchenleitung zusammen, die den täglichen Speiseplan aufstellt. Wichtig ist, dass das Essen gesund und gut verträglich ist. Auch fleischlose Alternativen für Vegetarier stehen heute in allen Krankenhäusern auf dem Speiseplan.

Soziale Dienste und Seelsorge

Sozialarbeiter helfen den Patienten, wenn sie beispielsweise nach ihrer Entlassung pflegebedürftig sind. Sie organisieren eine Betreuung zuhause oder beraten hinsichtlich eines Platzes im Heim und helfen beim Ausfüllen notwendiger Formulare (Antrag für Schwerbehindertenausweis, Platz in einer Reha-Klinik etc). Die Sozialarbeiter haben auch ein offenes Ohr für Ihre persönlichen Probleme. Sie unterliegen übrigens ebenso wie Ärzte und Seelsorger der Schweigepflicht.

Für die Seelsorge sind evangelische oder katholische Pfarrer/innen zuständig. Patienten können die Klinikseelsorger gezielt um ein Gespräch bitten, wenn sie etwa vor oder nach einer Operation Unterstützung brauchen. Patienten anderer Glaubensrichtungen können die Sozialarbeiter nach geeigneten Ansprechpartnern fragen.

Weiteres Personal

Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Mitarbeiter im Krankenhaus, die zu einem reibungslosen Ablauf des Klinikbetriebes beitragen, zum Beispiel Raumpfleger/innen und das Küchenpersonal.

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