Baldrian

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Dr. Daniela Oesterle

Dr. rer. nat. Daniela Oesterle ist Molekularbiologin, Humangenetikerin sowie ausgebildete Medizinredakteurin. Als freie Journalistin schreibt sie Texte zu Gesundheitsthemen für Experten und Laien und redigiert wissenschaftliche Fachbeiträge von Ärzten in deutscher und englischer Sprache. Für ein renommiertes Verlagshaus verantwortet sie die Publikation zertifizierter Fortbildungen für Mediziner.

Der Arznei-Baldrian (Valeriana officinalis L.) gehört zu den wichtigsten pflanzlichen und nicht-suchterzeugenden Beruhigungsmitteln. Er wird bei Schlafproblemen und leichten nervösen Störungen eingesetzt, etwa als Baldriantee oder Baldriantropfen. Erfahren Sie hier mehr über Heilkraft, Anwendung und mögliche Nebenwirkungen von Baldrian!

Baldrian

Welche Heilkraft steckt in Baldrian?

Der Gemeine Baldrian (Valeriana officinalis) wird innerlich bei leichter nervöser Anspannung und Schlafstörungen angewendet. Seine Wirksamkeit bei diesen Anwendungsgebieten ist medizinisch anerkannt.

Darüber hinaus wird Baldrian traditionell auch bei geistiger Überanstrengung, Konzentrationsschwäche, Stress und Reizbarkeit, Hysterie und weiteren nervlich bedingten Leiden verschiedener Organe und Körperteile eingesetzt. Die klinische Wirksamkeit in diesen Bereichen ist jedoch wissenschaftlich noch nicht ausreichend belegt. Eine muskelentspannende Wirkung erzielt die Heilpflanze in Vollbädern.

Welche Inhaltsstoffe stecken in Baldrian?

Die Heilkraft der Pflanze steckt hauptsächlich im ätherischen Öl der Rhizome und Wurzeln. Es setzt sich aus einer Vielzahl von wirkungsvollen Komponenten zusammen. Der Hauptinhaltsstoff von Baldrian-Öl ist Bornylacetat. Weitere Inhaltsstoffe sind unter vielen anderen β-Caryophyllen, Valeranon, Valerenal, Bornylisovalerat und Valerensäure.

Aus klinischen Studien ist bekannt, dass die Inhaltsstoffe mit bestimmten Andockstellen eines Botenstoffes (GABA-Rezeptoren) in Nervenzellen wechselwirken. Das führt zu einer entspannenden und entkrampfenden Wirkung. Wissenschaftlich ist jedoch nicht bewiesen, ob die Baldrian-Wirkung von einem einzelnen Inhaltsstoff ausgeht oder ob mehrere Bestandteile zur Wirksamkeit beitragen.

Neben dem ätherischen Öl sind in Baldrian (je nach Art) 0,5 bis 2 Prozent Valepotriate enthalten. Sie wirken krampflösend und verleihen der Pflanze ihren charakteristischen Geruch.

Wie wird Baldrian angewendet?

Baldrian als Hausmittel

Sie können den Baldrian-Wurzelstock (Rhizom) für Tees und Vollbäder verwenden.

Zur Zubereitung von Baldrian-Tee übergießen Sie einen ganzen Teelöffel zerkleinerter Baldrian-Wurzel (etwa 3 bis 5 Gramm) mit 150 Milliliter heißem Wasser und lassen das Ganze 10 bis 15 Minuten zugedeckt ziehen. Dann abseihen. Zur Beruhigung können Sie mehrmals täglich eine solche Tasse trinken. Bei Einschlafstörungen ist eine Tasse eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen zu empfehlen. Haben Sie dabei Geduld: Die schlaffördernde Wirkung tritt erst etwa nach fünf bis 14 Anwendungstagen ein.

Für ein Vollbad übergießen Sie 100 Gramm des Baldrian-Wurzelstocks mit zwei Liter heißem Wasser. Diesen Aufguss schütten Sie dann ins Badewasser (etwa 34 bis 37° Celsius). Für eine muskelentspannende Wirkung sollten Sie für 10 bis 20 Minuten darin baden.

Fertigpräparate mit Baldrian

Der pulverisierte Wurzelstock von Baldrian wird zur Herstellung von Baldrian-Dragees und -Tabletten verwendet. Die höher konzentrierten Extrakte werden in flüssiger Form als Baldriantropfen oder -Säften und in getrockneter Form als Baldrian-Tabletten, -Dragees und löslichen Instant-Tees angeboten. Beachten Sie für die Art der Anwendung und Dosierung bitte immer die Packungsbeilage des betreffenden Präparates oder fragen Sie hierzu Ihren Arzt oder Apotheker.

In Fertigarzneimitteln sind die im Baldrian enthaltenen Valepotriate nicht oder nur in geringen Mengen vorhanden. Ihnen wird eine erbgutschädigende Wirkung nachgesagt, was jedoch noch nicht in Tierversuchen belegt werden konnte. Dennoch ist die Verwendung von Fertigpräparaten den selbst zubereiteten vorzuziehen.

Welche Nebenwirkungen kann Baldrian auslösen?

Manchmal treten leichte Baldrian-Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Schwindel oder Juckreiz auf.

Zur langfristigen Anwendung gibt es bisher keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, weshalb davon eher abgeraten wird.

Was Sie bei der Anwendung von Baldrian beachten sollten

Wegen fehlender wissenschaftlicher Untersuchungen sollten Schwangere, Stillende sowie Kinder unter zwölf Jahren keine Baldrian-Präparate einnehmen beziehungsweise vorher Rücksprache mit dem Arzt halten.

In Baldrian-Tropfen und -Tinkturen ist oftmals Alkohol enthalten. Sie eigenen sich damit nicht für Minderjährige, Schwangere und trockene Alkoholiker - alkoholfreie Präparate sind hier ratsamer.

Generell gilt: Sprechen Sie wegen möglicher Wechselwirkungen zuerst mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie noch andere Arzneimittel wie Schlafmittel (Benzodiazepine, Barbiturate) oder sonstige Präparate (wie Johanniskraut) einnehmen. Nehmen Sie Baldrian auch nicht zusammen mit Alkohol ein.

Möglicherweise kann Baldrian die Reaktionsfähigkeit beeinflussen. Daher sollten Sie bis zwei Stunden nach der Einnahme nicht Auto fahren.

Bei bekannten Allergien gegen Baldrian müssen Zubereitungen gemieden werden.

So wie bei allen Heilpflanzen beziehungsweise Medikamenten sollten Sie auch bei Baldrian die Dosierung einhalten, wie sie vom Arzt, Apotheker oder der Packungsbeilage empfohlen wird.

So erhalten Sie Baldrian und seine Produkte

In Ihrer Apotheke oder Drogerie können Sie Baldrian-Präparate zur innerlichen und äußerlichen Anwendung erhalten. Man kann auch den wilden Baldrian selber sammeln und daraus Tees oder Vollbäder bereiten. Seien Sie sich jedoch sicher, dass es sich um die richtige Pflanze handelt, da einige dem Baldrian ähnliche Pflanzen giftig sind.

Wissenswertes über Baldrian

Der Arznei-Baldrian (Gemeiner Baldrian) gehört zur Familie der Baldriangewächse (Valerianaceae). Heimisch ist die mehrjährige, bis über einen Meter hohe Pflanze in Europa und den gemäßigten Zonen Asiens, wo sie hauptsächlich an feuchten und schattigen Standorten zu finden ist. Die fiederblättrige Pflanze trägt weiß bis hellrosa gefärbte Blüten, angeordnet in Büscheln (sogenannten Trugdolden). Die Blütezeit dauert von Juli bis September.

Heutzutage werden V. officinalis und verwandte Arten mit beruhigenden Eigenschaften (wie V. edulis, V. fauriei, V. jatamansi) nicht nur in Europa, sondern auch in Nordamerika und Japan angebaut. Denn die aromatisch riechenden, unterirdischen Wurzelstöcke (Rhizome) mit den daran hängenden, büscheligen Wurzeln werden zur Herstellung zahlreicher Fertigarzneimittel verwendet.

Übrigens wurde Baldrian schon im antiken Griechenland und Rom als Heilpflanze geschätzt.

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