Paleo-Diät

Carola Felchner

Carola Felchner ist freie Autorin in der e-happiness-Medizinredaktion und geprüfte Trainings- und Ernährungsberaterin. Sie arbeitete bei verschiedenen Fachmagazinen und Online-Portalen, bevor sie sich 2015 als Journalistin selbstständig machte. Vor ihrem Volontariat studierte sie in Kempten und München Übersetzen und Dolmetschen.

"Paleo" steht für Paläolithikum, die Altsteinzeit. Entsprechend ist die Idee hinter der Paleo-Diät, sich so zu ernähren wie die Steinzeitmenschen, das heißt: möglichst naturbelassen, kein Getreide, keine Hülsenfrüchte, keine Milchprodukte. Diese Steinzeitdiät ist keine Diät im herkömmlichen Sinn, sie ist vielmehr eine Ernährungsform, die gesund halten soll. Erfahren Sie hier, wie die Paleo-Diät funktioniert.

Paleo Diät

Was ist die Paleo-Diät?

Anhänger der Steinzeitdiät gehen davon aus, dass die Menschen heute nicht „artgerecht” essen. Unser Verdauungstrakt sei noch auf die Steinzeiternährung (Paleo-Ernährung) eingestellt. Diese steht aus Sicht der Anhänger für rundum naturbelassene Nahrungsmittel. Gegessen wird bei der Paleo-Diät, was die Jäger und Sammler damals zur Verfügung hatten, beziehungsweise das, was dem am nächsten kommt. Das Ziel ist meist nicht der Wunsch, abzunehmen, sondern sich gesund zu ernähren.

Die Grundsätze der Paleo-Diät

Auf dem Speiseplan der Steinzeitdiät stehen:

  • Fleisch (Wildfleisch, Geflügel) und Fisch
  • Eier
  • Salat
  • Nüsse
  • Samen
  • (tierisches) Fett
  • Obst (vor allem Beeren) und Gemüse (Wildpflanzen)

Diese Auswahl bildet die wertvollsten Lebensmittel ab, die es in der Natur gibt, so die Theorie der Steinzeitdiät. Die wichtigsten Regeln der Paleo-Diät lauten:

  • kein Zucker
  • kein Getreide
  • keine Hülsenfrüchte
  • kein Pflanzenfett
  • keine Fertiggerichte
  • Obst nur in begrenzter Menge (aufgrund des Zuckergehalts)
  • keine Milch und Milchprodukte
  • Fettsäureverhältnis beachten (weniger Omega-6-Fettsäuren, mehr Omega-3-Fettsäuren, um Entzündungen und Insulinresistenz zu verhindern)

So funktioniert die Paleo-Diät

Empfohlen wird meist ein schrittweiser Einstieg in die Paleo-Ernährung. Man kann die Umstellungen nach und nach umsetzen. Wer möchte, kann sich eine bestimmte Zeitspanne vornehmen, in der er zunächst versuchsweise nach den Grundsätzen der Steinzeitdiät lebt. Nico Richter, Autor und einer der Ersten, die diese Ernährungsform in Deutschland bekannt machten, empfiehlt beispielsweise eine Testphase von 30 Tagen.

In dieser Zeit wird auf vieles verzichtet, was heute standardmäßig auf den Teller kommt: Brot, Nudeln, Hartweizen-Produkte (Bulgur, Couscous), Zucker(ersatzstoffe), raffinierte Pflanzenöle, verarbeitete Lebensmittel (auch verarbeitetes Fleisch und Wurst). Kaffee, Alkohol und Tabak sind ebenfalls verboten. Eine ideale Paleo-Mahlzeit besteht aus viel Gemüse, Protein (Ei, Fisch, Fleisch), ausreichend Fett und eventuell etwas Obst.

Ein Paleo-Frühstück könnte zum Beispiel aus einem Obstsalat und Rührei bestehen. Mittags gibt es mit Hackfleisch gefüllte Paprika, abends Fisch mit Gemüse. Paleo-taugliche Snacks sind Obst oder Nüsse.

Beim Fleisch wird sehr auf Qualität geachtet, Massentierhaltung ist verpönt.

Das bringt die Paleo-Diät

Da Zucker und Getreide, also auch Weißmehl, vom Speiseplan verbannt sind, ist ein Gewichtsverlust mittels Paleo-Diät durchaus wahrscheinlich. In einer Studie über zwei Jahre wurde sie mit einer Diät gemäß der Nordic Nutrition Recommendation (NNR) verglichen: In den ersten sechs Monaten nahm die Körperfettmasse in beiden Gruppen stark ab, besonders bei der Paleo-Diät. Dieser Unterschied verringerte sich in der Folge (nach 24 Monaten) aber. Der Bauchumfang der Teilnehmerinnen nahm durch die Paleo-Diät nach sechs Monaten besonders stark ab.

In einer Studie mit allerdings nur wenigen Teilnehmern lagen die Werte für Blutfette (Gesamtcholesterol, LDL, Triglyceriden) bei Teilnehmern einer Paleo-Diät-Gruppe deutlich niedriger als bei denen einer Kontrollgruppe, das HDL stieg an. In anderen Studien konnte ebenfalls eine Verbesserung der Glucose- und Lipidwerte festgestellt werden.

Der hohe Eiweißanteil der Steinzeiternährung wird ebenfalls als günstig bewertet: Studien zufolge hilft eine eiweißbetonte Ernährung beim Abnehmen, da das Sättigungsgefühl länger anhält.

Auch die anderen Bestandteile der Paleo-Ernährung, also viel Gemüse, Obst, Nüsse, Samen und Pilze, sind aus ernährungswissenschaftlicher Sicht gesund. Noch ein Plus: Die Tatsache, dass man sich mit dem beschäftigen muss, was man isst, führt zu einem bewussteren Umgang mit Lebensmitteln und folglich einem gewissen Lerneffekt.

Viele Menschen, die die Paleo-Diät ausprobieren, hoffen, damit auch Leiden wie Neurodermitis, Allergien oder Ähnlichem zu begegnen. Vereinzelt gibt es hierzu auch immer wieder Erfolgsgeschichten. Wissenschaftliche Belege für eine solche Wirkung fehlen bislang aber.

Risiken der Paleo-Diät

Gesundheitliche Risiken sind bei der Paleo-Diät nicht zu befürchten - solange man nicht zu viel Fleisch isst. Dann nämlich besteht die Gefahr, dass sich im Körper vermehrt Harnsäure bildet, die langfristig Nierensteine oder Gicht verursachen kann. Auch die Jod-Versorgung sollte man im Auge behalten: Durch das Fehlen von Salz und Milchprodukten bei der Paleo-Diät kommt es zu einer Verringerung der Jod-Konzentration. Experten raten daher Anhängern der Paleo-Ernährung zur Zufuhr von Jod. Das Spurenelement ist wichtig für die Produktion der Schilddrüsenhormone.

Aber auch wenn die Paleo-Ernährung im Allgemeinen nicht ungesund ist, ist es fraglich, ob man sich an der Ernährung von Menschen orientieren sollte, die einerseits wesentlich aktiver waren als wir heute und nur selten älter als 40 Jahre alt wurden – abgesehen davon, dass eine Avocado oder ein Apfel heute ganz anders aussieht und schmeckt als in der Steinzeit. Diät halten nach der Evolutionstheorie ist wissenschaftlich gesehen auch gar nicht notwendig.

Das Argument der Paleo-Anhänger, der Mensch habe sich genetisch noch nicht an die „neuen Produkte” angepasst, ist bei näherer Betrachtung nicht haltbar. Im Gegenteil: Studien zufolge hat sich das menschliche Genom in den letzten 10.000 bis 20.000 Jahren sogar schneller verändert und auf neue Ernährungsformen eingestellt.

Beispiel Milch: Ursprünglich konnte der Mensch nur in den ersten Lebensjahren Milchzucker verdauen, nach dem Abstillen verlor er diese Fähigkeit. Die Situation änderte sich jedoch, als man begann, Kühe zu halten. Innerhalb vergleichsweise weniger Generationen verbreitete sich eine genetische Mutation, dank der der Körper auch nach dem Abstillen noch das Milchzucker-spaltende Enzym Laktase produziert.

Paleo-Diät: Fazit

Wer abnehmen will, tut dies sicherlich, weil er dank Paleo-Diät auf Fast Food, Pizza, Weißmehl und Zucker verzichtet und stattdessen Fisch und Gemüse isst. Sich so naturbelassen zu ernähren wie möglich, ist in jedem Fall sinnvoll.

Aber: Die radikale Umstellung, die bei der Paleo-Diät notwendig ist, erfordert Willenskraft, Zeit und Geld, um die hochwertigen Lebensmittel zu kaufen und sie nach Paleo-Regeln zuzubereiten. Vor allem auf Getreide – also auch auf das Frühstücksbrötchen oder das Pastagericht – zu verzichten, kann schwerfallen.

Menschen, die (von ihnen bisher unbemerkte) Unverträglichkeiten haben, kann die Paleo-Ernährung Vorteile bringen. Eine allgemeingültige Empfehlung ist die Paleo-Diät jedoch nicht.

Über diesen Text

Aktualisiert am:

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Quellen

  • Zuk M.: Paleofantasy: What Evolution Really Tells Us about Sex, Diet, and How We Live, W. W. Norton & Company, 2013
  • Ströhle A., Hahn A.: Evolutionäre Ernährungswissenschaft und „steinzeitliche“ Ernährungsempfehlungen – Stein der alimentären Weisheit oder Stein des Anstoßes?, Ernährungs-Umschau 06/15
  • Richter N., Knezevic S.: PALEO power for life, Christian Verlag, 2014
  • Meinert Larsen T. et al.: Diets with High or Low Protein Content and Glycemic Index for Weight-Loss Maintenance, New England Journal of Medicine, November 2010
  • Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: Paleo-Diät, Glyx-Diät, Formula-Diäten – ein Überblick. DGEinfo (4/2018) 56-62
Carola Felchner

Carola Felchner ist freie Autorin in der e-happiness-Medizinredaktion und geprüfte Trainings- und Ernährungsberaterin. Sie arbeitete bei verschiedenen Fachmagazinen und Online-Portalen, bevor sie sich 2015 als Journalistin selbstständig machte. Vor ihrem Volontariat studierte sie in Kempten und München Übersetzen und Dolmetschen.

Über den Autor

Carola Felchner ist freie Autorin in der e-happiness-Medizinredaktion und geprüfte Trainings- und Ernährungsberaterin. Sie arbeitete bei verschiedene...

4,1 / 5 108 Bewertungen – Ihre Bewertung
Buy INJECTABLE STEROIDS online

www.steroid-pharm.com

анаболические стероиды купить