Ketogene Diät

Carola Felchner

Carola Felchner ist freie Autorin in der e-happiness-Medizinredaktion und geprüfte Trainings- und Ernährungsberaterin. Sie arbeitete bei verschiedenen Fachmagazinen und Online-Portalen, bevor sie sich 2015 als Journalistin selbstständig machte. Vor ihrem Volontariat studierte sie in Kempten und München Übersetzen und Dolmetschen.

Die Ketogene Diät ist eine Ernährungsform, bei der fast komplett auf Kohlenhydrate (Brot, Nudeln etc.) verzichtet wird. Dadurch soll der Körper gezwungen werden, die benötigte Energie aus den Fettdepots zu ziehen. Auch in der Tumor- und Epilepsietherapie kommt die extrem zuckerreduzierte Diät zum Einsatz. Lesen Sie hier alles Wissenswerte über die Ketogene Diät.

Ketogene Diät

Was ist eine Ketogene Diät?

Die Ketogene Diät ist eine Low-Carb-Diät - maximal fünf Prozent der täglichen Nahrungsmenge bestehen aus Kohlenhydraten. Diese Ernährungsform basiert auf der Annahme, dass nicht Fett dick macht, sondern Kohlenhydrate. Einer der bekanntesten Vertreter der katabolen Ernährung ist die Atkins-Diät.

Gegessen werden vorwiegend Fett und Eiweiß. Durch den Verzicht auf Getreide, Obst und Gemüse hat der Körper keine „schnellen“ Energiequellen zur Verfügung. So soll er dazu gebracht werden, den für Gehirn und andere Organe benötigten Zucker aus den Fettreserven zu generieren. Diesen Vorgang nennt man Ketose. Die Ketogene Diät soll die Pfunde purzeln lassen, wird aber auch therapeutisch eingesetzt, zum Beispiel in der Krebs- und Tumortherapie. Grundlage ist hier die Theorie, dass  Tumorzellen Fettsäuren so gut wie nicht verwerten können. Mit der ketogenen Diät will man hier also den Tumor "aushungern".

So funktioniert die Ketogene Diät

Die Ketogene Diät nutzt die Mechanismen des Körpers: Bekommt er mehr Kohlenhydrate, als er zur Energiegewinnung braucht, lagert er sie als Fett ein. Zudem hemmt das Insulin, das als Speicherhormon zur Kohlenhydrateinlagerung aktiv wird, die Fettverbrennung. Durch den Mangel an Kohlenhydraten während der Ketogenen Diät ändert der Körper seinen Stoffwechsel - es werden Fettdepots zur Energiegewinnung abgebaut (Ketose).

Um diesen Zustand zu erreichen, werden nur maximal 30 Gramm Kohlenhydrate pro Tag aufgenommen, das entspricht etwa 40 Gramm Nudeln. Die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für die tägliche Kohlenhydratzufuhr im Zuge einer ausgewogenen Ernährung liegt bei deutlich über 200 Gramm für einen Erwachsenen (bei einer täglichen Kalorienmenge von ca. 2.000 kcal). Die Ketogene Diät ist also sehr kohlenhydratarm.

Dafür wird bei der Ketogenen Diät viel Protein in Form von Fleisch und Eiern gegessen, um zu verhindern, dass Muskulatur abgebaut wird. Auch die Fettzufuhr wird drastisch erhöht, um dem Körper zu signalisieren, dass er kontinuierlich Nachschub bekommt, er das Fett also nicht einlagern muss.

Empfohlen wird ein Verhältnis der Energieträger von 70 bis 80 Prozent Fett, 20 bis 25 Prozent Eiweiß und fünf Prozent oder weniger Kohlenhydrate. Es gibt auch eine gemäßigte Variante, bei der 70 Prozent der Energie aus Fett, 10 Prozent aus Eiweiß und 20 Prozent aus Kohlenhydraten generiert werden. Hier stammen 60 Prozent des Fettes aus mittelkettigen Fettsäuren (MCTs, z. B. in Palm- und Kokosfett), die mehr Ketonkörper pro Einheit erzeugen sollen.

Das bringt die Ketogene Diät

Der hohe Eiweißanteil macht schneller satt und lässt das Hungergefühl länger ausbleiben. Eine Gewichtsabnahme ist also wahrscheinlich.

Häufig berichten Menschen, die sich an die Ketogene Diät halten, dass sie sich subjektiv besser fühlen.

Es gibt Studien, die belegen, dass die Cholesterinwerte von Personen, die eine Ketogene Diät einhalten, trotz des phasenweise sehr hohen Fettanteils geringfügig besser sind als die der Durchschnittsbevölkerung.

Risiken der Ketogenen Diät

Sie hat es in sich, die Ketogene Diät. Einen Ernährungsplan mit vorgeschriebenen Speisen gibt es zwar nicht, der hohe Anteil an Fett und Eiweiß kann aber zu Verdauungsstörungen, Müdigkeit und in der Anfangsphase sogar zu Erbrechen führen. Zudem riechen viele Menschen, die eine Ketogene Ernährung einhalten, unangenehm nach Aceton.

Darüber hinaus besteht die Gefahr einer Ketoazidose, also einer Übersäuerung des Blutes durch Ketonkörper. Das kann lebensgefährlich werden! Auch das Risiko für Herz-Kreislaufkrankheiten steigt, da in der Regel der Cholesterinspiegel erhöht wird. Die fett- und proteinreiche Ernährung kann außerdem Leber und Nieren belasten. Durch die unzureichende Zufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen drohen Mangelerscheinungen.

Ketogene Diät: Fazit

Die Ketogene Diät ist sehr streng, da – so die Theorie der Anhänger – schon ein einziger „Sündentag“ die Ketose unterbricht und die Wirksamkeit der Diät zunichte macht. Gerade diese propagierte Wirksamkeit ist aber wissenschaftlich schwer zu belegen. Belastbare Aussagen zur Wirksamkeit werden nur sehr zurückhaltend getroffen.

Viele Experten sehen vor allem die extrem niedrige Vitamin- und extrem hohe Fett- und Eiweißzufuhr über längere Zeit hinweg kritisch. Außerdem: Wer eine Nierenschwäche oder Diabetes hat, sollte die Finger von den extremen Fett- und Eiweißmengen lassen.

Zusammengefasst gilt: Wer abnehmen möchte, kann das auf gesündere und ausgeglichenere Weise tun. Wer sich dennoch an die Ketogene Diät wagen möchte (evtl. auch aus medizinischen Gründen), sollte dies nur unter medizinischer Aufsicht tun.

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